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Bildarchiv Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur

Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation
Baudenkmale und Architekturgeschichte in der Toskana (Italien)

 

Stockphoto-Galerie Nr.2a  Foto, Fotografie, Bild, Abbildung

Stadt, Großstadt, Kleinstadt, Altstadt, Bürgerhaus, Ackerbürgerhaus, Stadtplatz, Stadtansicht
Gebäude und Architekturdetails im städtischen Raum

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
Architektur- und Planungsbüro, D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16
Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de, Internet: www.rauscher-architekt.de

 

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Pisa (Region Toskana; Italien), Palazzo Agostini am nördlichen Arnoufer, Lungarno Antonio Pacinotti, entstanden wohl im Zeitraum um 1400 aus dem Umbau zweier Vorgängerbauten; nach den Angaben auf einer im Hauseingangsflur angebrachten Haustafel (siehe Foto) gekauft im November 1496 von Mariano und Pietro Agostini, Restaurierungen 1858 durch Andrea Agostini, 1948 durch Alessandro Agostini und 1991 durch Cosimo Agostini. Viergeschossiger Stadtpalast mit gotischer Straßenfassade aus Backstein / Ziegel in Kombination mit Terrakotta-Zierelementen, die ursprünglich im vierten Geschoss vorhandene Loggia wurde später geschlossen, vermutlich im Zusammenhang mit dem 1895 umgebauten Dach (Vergrößerung des Dachüberstandes); Fassadengliederung durch Pilaster und rundbogige Blendbögen, darin jeweils gekuppelte Fenster mit spitzen gotischen Kleeblattbögen auf Marmorsäulen, Zwillings- und Drillingsfenster; Normalziegel und Formziegel / Profilziegel in Kombination mit ornamental, floral und figürlich gestalteten Terrakotta-Elementen, eingesetzte Wappentafeln wohl aus Marmor, Dachtraufe weit überkragend auf wuchtigen hölzernen Konsolen; Beschädigungen im zweiten Weltkrieg. Aufnahmedatum: 21.6.2017










 

Pisa (Region Toskana; Italien), Palazzo alla Giornata am nördlichen Arnoufer, Lungarno Antonio Pacinotti, entstanden ab 1607 unter Leitung des Florentiner Architekten Cosimo Pugliani wohl durch Umbau eines Vorgängerbaus; dreigeschossiger Stadtpalast mit fünfachsiger symmetrischer Straßenfassade der Spätrenaissance, zentrales Eingangsportal mit stark hervortretender Rahmung unter Balkon / Altan, über dem gesprengten Giebel der Balkontür das Wappen des Bauherrn Francesco Lanfreducci, Ritter von Malta; feinfugig verarbeitetes Kalkstein-Quadermauerwerk als Flächenmauerwerk der Fassade in Kombination mit weißem Marmor für Gestaltungselemente: Eckquaderungen, durchlaufende Sohlbankgesimse, portalartige Fensterrahmungen ("Ädikulafenster") mit verschiedenen Giebelformen; heutige Nutzung durch die Universität von Pisa; Aufnahmen bei Gegenlicht vom gegenüberliegenden Arnoufer aus, Aufnahmedatum: 22.6.2017


 

Pistoia (Region Toskana; Italien), Via Roma / Ecke Via San Matteo; Südseite des Palazzo della Cassa di Risparmio di Pistoia e Pescia an der Via San Matteo, errichtet 1898-1905 nach Entwurf des Architekten Tito Azzolini (1837-1907) als Gebäude der Sparkasse (italienisch: Cassa di Risparmio) von Pistoia und Pescia im Stil der Neorenaissance bei gestalterischer Orientierung an den berühmten Palästen der italienischen / toskanischen Renaissance (z.B. die Palazzi Medici Riccardi oder Strozzi in Florenz). Der Entwurf von 1897 war das Ergebnis einer Wettbewerbs-Ausschreibung, welche ausdrücklich eine historistische Baugestaltung nach den Vorbildern der Florentiner Architektur der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts gefordert hatte (diese und einige der folgenden Angaben nach www.comune.pistoia.it).

Hoher Sockel mit angedeuteter Sockelbank und Kassettenfries, dreigeschossiger / dreizoniger Fassadenaufbau mit Gliederung durch umlaufende Brüstungsgesimse / Sohlbankgesimse, den oberen Abschluss des Gebäudes bildet ein weit ausladendes Kranzgesims. Rustikafassade / Rustikamauerwerk als Schichtenmauerwerk im Halbverband aus Sandstein in den unteren beiden Geschossen, gleichmäßig gearbeitete Buckelquader / Kissenquader mit gespitzten Oberflächen und Randschlag (schmale umlaufende glatte Steinkante, Buckelquader mit Randschlag), die Rustika im Obergeschoss etwas flacher gearbeitet, inzwischen durch Umwelteinflüsse verschmutzt und ziemlich nachgedunkelt, die ursprüngliche Farbe des Sandsteins ist hell-graubraun; im zweiten OG Glattputz. Im Erdgeschoss höchst aufwendig gearbeitete geschmiedete Vorsatz-Fenstergitter aus der berühmten Werkstatt Michelucci (Giuseppe Michelucci, 1834-1910, Fonderia d'arte Michelucci, Kunstschmiede und Kunstgießerei, Pistoia; weitere Angaben unter www.treccani.it); im ersten Obergeschoss gekuppelte Rundbogenfenster / Zwillingsfenster, unter dem Brüstungsgesims in plastischer Bildhauerarbeit gestalteter Fries aus Sandstein, darin eingesetzt Wappentafeln sowie Portrait-Medaillons berühmter Persönlichkeiten der italienischen Geschichte (farbig gefasste Terrakotta ?); in der dritten Bildreihe links im Hintergrund der Campanile zum Dom von Pistoia. Aufnahmedatum: 26.6.2017

Literatur zu den historischen Hintergründen von Fassade und Mauerwerk: Anja Eckert: Die Rustika in Florenz. Mittelalterliche Mauerwerks- und Steinbearbeitungstechniken in der Toskana. Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Reihe A: Forschungen, Band 7, Braubach 2000; sehr ausführlich ab Seite 95











Die folgenden Bilder zeigen die Westseite des Palazzo della Cassa di Risparmio mit dem Hauptportal an der Via Roma, Aufnahmen mittags fast noch im Gegenlicht, in der Farbwirkung etwas kälter, sowie zuletzt später am Nachmittag. Nur das große Bild ganz rechts in der dritten Bildreihe zeigt noch einmal ein Fassadendetail der Südseite (siehe oben).





 

Pienza (Region Toskana; Italien), Piazza Pio II., Palazzo Piccolomini, ein typischer dreigeschossiger Renaissance-Palast, ursprünglich die päpstliche Residenz, später Familiensitz der Piccolomini, heute Museum, errichtet 1459-1463 nach Entwurf und unter Leitung des Baumeisters Bernardo Rossellino (eigentlich Bernardo di Matteo Gamberelli, 1409-1464) für Papst Pius II. (1405-1464, Papst ab 1458); siebenachsige Fassade aus Sandstein-Quadermauerwerk, Flachrustika ("Bugnato piano") als "Filaretto"-Mauerwerk verarbeitet, Gliederung durch geschosshohe Pilaster (über welche das Fugenbild des Mauerwerks hinweg läuft), auf Brüstungshöhe umlaufende Doppelgesimse (Gurtgesimse), gekuppelte Rundbogenfenster mit eingestellten Säulen (diese sowie das Maßwerk der Fenster-Lünetten aus Travertin), straßenseitig Sockelbänke (Steinbank, Fassadenbank, Straßenbank, italienisch: Panca di via, weitere Informationen dazu siehe hier: ); Innenhof mit Rundbogen-Arkaden auf korinthischen Säulen, diese sowie die steinernen Kreuzstockfender aus Travertin, verputzte Fassadenflächen mit nur noch schwach erkennbarer Fassadenmalerei; vor dem Palazzo ein Brunnen aus Travertin mit Widmungsinschrift von / für Papst Pius II. von 1462; Aufnahmedatum: 11.6.2017

Ein kurzer Zeitraum in der Geschichte von Pienza ist aus städtebaulich-architektonischer Sicht sehr interessant und geprägt von Merkwürdigkeiten. Der kleine unbedeutende Ort hieß ursprünglich Corsignano, Geburtsort von Enea Silvio Piccolomini, später Papst Pius II. Nach seiner Amtsübernahme 1458 entwickelte der Papst Planungen zum Umbau seines Heimatortes in eine päpstliche Residenz, die 1462 nach ihm in "Pienza" (Stadt des Pius) umbenannt wurde; an dieses Ereignis erinnert vermutlich der Brunnen. Dafür engagierte er den Bildhauer und Architekten Bernardo Rossellino, nach dessen Entwürfen und unter dessen Leitung in kürzester Zeit die wesentlichen Baumaßnahmen durchgeführt wurden, vor allem die Bebauung um die heutige Piazza Pio II. Schon ab etwa 1450 hatte Piccolomini für seine den Ort beherrschende Familie den Umbau zur Stadt betrieben. Beide verstarben 1464 im Abstand von nur wenigen Wochen, die weiteren Planungen zum Stadtumbau konnten daher nicht abgeschlossen werden.

Literatur:
Lexikon der Kunst (Autorengruppe). Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1987-1994; Band 5, Seite 595 (Pienza); Band 6, Seite 251 (Rossellino)
Franco Cardini: Toskana. Landschaft, Geschichte, Kunst. Mit Darstellungen von einunddreißig Städten. Scala Group S.p.A., Antella, Florenz 2003; Pienza ab Seite 244. Ein großformatiger Bildband mit hervorragenden Fotos.







 

Pienza (Region Toskana; Italien), Piazza Pio II., Palazzo Vescovile / Borgia, entstanden im 15.Jahrhundert durch Umbau eines älteren Gebäudes zum dreigeschossigen Bischofspalast für Kardinal Borgia, heute Diözese-Museum für sakrale Kunst (Museo della Cattedrale); schlichte Renaissance-Fassade aus glattem und feinfugig gearbeiteten Sandstein-Quadermauerwerk; durchlaufende Brüstungsgesimse, Portal, Fensterstürze, steinerne Kreuzstockfender sowie platzseitige Sockelbänke (siehe oben) aus Travertin; Aufnahmedatum: 11.6.2017



 

Pienza (Region Toskana; Italien), Piazza Pio II., Palazzo Comunale (Rathaus), entstanden im 14.Jahrhundert als Palazzo Priori (Sitz der Klostervorsteher), möglicherweise durch Bernardo Rossellino umgebaut, der hohe Turm aus Ziegelmauerwerk / Backsteinmauerwerk mit einigen Gesimsteilen und Abdeckungen aus Travertin im 17.Jahrhundert, im späten 19.Jahrhundert wohl stark restauriert mit einigen Umbauten (die heutige Fassadengestaltung ist ein Ergebnis dieser Restaurierung); Putzfassade mit Gestaltung durch Sgraffito / Graffito, steinsichtige Werksteinelemente aus Travertin, unten eine hohe Eckloggia mit Rundbogenarkaden auf ionischen Säulen, oben rundbogige gekuppelte Fenster; in der Loggia eine Gedenktafel für Bernardo Rossellino mit Portrait-Medaillon und Text (A Bernardo Gambarelli Da Settignano Detto "Il Rossellino" I Pientini Riconoscenti 19 Settembre 1965); Aufnahmedatum: 11.6.2017




 

Pienza (Region Toskana; Italien), Piazza Pio II., Dom / Kathedrale / Cattedrale di Santa Maria Assunta mit Fassade aus Travertin, erbaut 1459-1462 als dreischiffige Hallenkirche auf den Grundmauern einer Vorgängerkirche nach Entwurf und unter Leitung des Baumeisters Bernardo Rossellino für Papst Pius II., nach dessen Vorgabe mit Orientierung an den deutschen und österreichischen Hallenkirchen; zuletzt noch einige Bilder aus dem Stadtgebiet; Aufnahmedatum: 11.6.2017




 


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