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Bildarchiv Rauscher Fotoarchiv 

Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation
Baudenkmale und Architekturgeschichte in
Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen

 

Stockphoto-Galerie Nr.1a  Foto, Fotografie, Bild, Abbildung

Architektur und Baukultur im ländlichen Raum

Dorf, Bauernhaus, Bauernhof, Wirtschaftsgebäude, Nebengebäude, Außenanlagen, Dorflandschaft

Bildarchiv Bauernhaus und Bauernhof, historische Gebäude und Architekturdetails

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
Architektur- und Planungsbüro, D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16
Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de, Internet: www.rauscher-architekt.de

 

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Satemin (Hannoversches Wendland; Niedersachsen), Bauernhäuser, alle datiert 1850 auf dem rechten Winkelholz unter dem Torbalken; Niederdeutsche Hallenhäuser, Wohnstallhäuser (Wohnwirtschaftsgebäude, Wohn-Stall-Scheunen-Häuser); alles Vierständer-Fachwerkbauten / Vierständerhäuser mit Ziegelausfachung und Steilgiebel, Schaugiebel mit engem Rasterfachwerk ohne Streben; zweiflügelige Holztore (Groot Dör) senkrecht verbrettert, Torgebinde mit leicht ausgerundeten Torbalken ("Ulf", Torholm, Torsturz mit verziertem Dösselkopf) auf Winkelhölzern (Knaggen bzw. Kopfstreben), teils verzierte Dössel (herausnehmbares Setzholz: Stießel, Düssel, Dörboom, Torsäule), vor einem oder beiden Torflügeln niedrige und außen angeschlagene Vortore (Vorheck, Eck'n, Hecktür, Zingel, Klöntor, von lüneburgisch "Heck", Eingangspforte; weitere Hinweise siehe unter > Gühlitz) als Absperrung gegen freilaufende Haustiere bei geöffnetem Torflügel; Dielentore teils noch ausgestattet mit herausnehmbaren Torschwellen ("Süll", Setzschwelle, siehe > Güstritz); kleine Stalltüren an den Außenseiten; Satteldächer mit neuzeitlicher Pfannen- oder Wellplattendeckung (ursprünglich Strohdeckung oder Reetdeckung); Inschriften auf Torbalken, Knaggen, Giebelbalken und Kehlbalken; Aufnahmen am Abend, Aufnahmedatum: 16.7.2007

Das Dorf Satemin ist der größte Rundling des Wendlandes, es wurde nach einem Dorfbrand 1850 vollständig neu wieder aufgebaut. Literatur: Willi Schulz: Rundlinge im Hannoverschen Wendland. Herausgegeben vom Verein zur Erhaltung von Rundlingen im Hannoverschen Wendland e.V.; Lüchow 1997




 

Schildow (Landkreis Oberhavel; Brandenburg), Hauptstraße, Bauernhaus um 1895 zu einem großen Vierseithof, Putz-Stuck-Fassade der späten Gründerzeit (Historismus); Mittelrisalit mit breiter portalartiger Eingangsgestaltung, Eingangsüberdachung auf vier Pilastern, zweiflügelige Füllungs-Haustür mit zwei Schlagleisten und Oberlicht; beidseitig breite Eckrisalite über je eine Fensterachse; gerade Fensterverdachungen mit Reliefschmuck (bärtiger Männerkopf) auf Blattkonsolen, neue Fenster mit Kämpfer, Pfostenattrappe und Rollladen in Anlehnung an historische Fensterformen; breiter Drempelfries unter Traufgesims auf Konsolen; Dachdeckung Betondachsteine (nicht ursprünglich); 1986 Grundsanierung, dabei nur minimale Stuckverluste; Vierseithof mit Nebengebäuden, u.a. Scheune in zweifarbigem Ziegelsichtmauerwerk mit Schieferdeckung; Aufnahmedatum: 16.2.1994 ...  

Schildow ist heute dem Landkreis Oberhavel zugeordnet. Sowohl siedlungs- und kulturgeschichtlich als auch naturräumlich gehört es jedoch zum Niederen Barnim (bis 1952 Kreis Niederbarnim).



... und am 28.8.2007, inzwischen mit Dachflächenfenstern.




 

Schildow (Landkreis Oberhavel; Brandenburg), Hauptstraße, 9-achsiges asymmetrisches Bauernhaus um 1870; spätklassizistische Putz-Stuck-Fassade mit Putzquaderung, Eingangsbereich als breiter übergiebelter Risalit, Reliefschmuck im Giebelfeld; Drempelzone mit Rosetten über den Fenstern; Krüppelwalmdach mit neuen Doppelmuldenfalzziegeln; spätere Einfriedung mit Jugendstil-Ornamentik (teilweise ersetzt durch neues Brückengeländer); Aufnahmedatum: 6.8.2007





 

Schlegel (Sächsische Oberlausitz; Sachsen), Dorfstraße; Umgebindehaus um 1750 (?), Ursprungsbau verändert, jetzt als Doppelstubenhaus genutzt durch Umbau des Wirtschaftsteils und vmtl. auch des Flurteils; Blockstubenwände mit Fugenverstrich, Eckverbindungen mit Vorholz; Umgebinde-Fachwerk als Mischform zwischen Geschossbauweise und Stockwerkbauweise, nur Eckständer durchgehend als Langständer, sonst Stockwerkbau; Umgebinde mit Rähm und aufgeblatteten Kopfbändern, Fachwerk mit Hängestielen und aufgeblatteten Kreuzstreben, Ausfachung offenbar Strohlehm; massiver Flurteil außen jetzt mit Ziegelsichtmauerwerk, zweiflügelige Haustür als Dreifüllungstür mit zwei Schlagleisten um 1900; neue zweiflügelige Holzfenster, teils mit Sprossen; Satteldach mit Biberschwanz-Doppeldeckung (Segmentschnitt), Giebelseite vollständig incl. Umgebinde verbrettert; Baudenkmal; Aufnahmedatum: 6.9.2008

Literatur:
Umgebinde. Eine einzigartige Bauweise im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Autorengruppe; hrsg. vom Sächsischen Verein für Volksbauweise e.V.; Die Blauen Bücher, Verlag Karl Robert Langewiesche, Königstein i.Ts. 2007
Karl Bernert: Umgebindehäuser. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1988





 

Schlegel (Sächsische Oberlausitz; Sachsen), Dorfstraße; Umgebindehaus um 1800, Doppelstubenhaus mit zwei Blockstuben (Bohlenstuben); Umgebinde-Fachwerk als Mischform zwischen Geschossbauweise und Stockwerkbauweise, Eckständer durchgehend als Langständer, sonst Stockwerkbau; Umgebinde mit Spannriegeln und aufgeblatteten Kopfbändern, zweifach verriegeltes Fachwerk mit Ständern und eingezapften Streben; massive Flurwand nachträglich verbreitert, dabei vmtl. beidseits Langständer eingekürzt; neue Holzfenster; Krüppelwalmdach mit Biberschwanz-Doppeldeckung (Segmentschnitt, drei Rippen) und Fledermausgauben (Ochsenaugen), Giebeltrapeze verbrettert; Baudenkmal; Aufnahmedatum: 6.9.2008




 

Schleife (Niederschlesische Oberlausitz; Sachsen), Spremberger Straße; regionaltypisches dörfliches Wohnhaus um 1910 mit Drempel und Zwerchgiebel, Eingang rückseitig; zweifarbig gestaltetes Ziegelsichtmauerwerk mit Formziegeln; originale vierflügelige Segmentbogen-Fenster mit feststehendem Mittelpfosten (Einfachfenster, keine Kastenfenster); saniertes Pfettendach mit großem Dachüberstand und Freigespärre (Flugsparren) an den Giebeln, Kopfbänder unter den profilierten Pfettenköpfen, neue engobierte Biberschwanz-Kronendeckung (Segmentschnitt, drei Rippen); Baudenkmal; Aufnahmedatum: 4.9.2008

Nach Auskunft des heutigen Eigentümers befindet sich das Haus unverändert im Familienbesitz. Der damalige Bauherr war Arbeiter in der Glasindustrie, er betrieb nur im Nebenerwerb Landwirtschaft.
Das Haus wurde nach einer Mode der Zeit im "Schweizer Stil" oder "Alpenstil" errichtet. Aus diesem giebelseitig oder rückseitig erschlossenen Haustyp mit Pfettendach und größeren Dachüberständen hat sich besonders im südbrandenburgischen Raum (Niederlausitz und angrenzende Gebiete) eine eigene Bautradition entwickelt, die bis in die 1930er Jahre reicht und teilweise ganze Dörfer prägt.




 

Schlepzig (Amt Unterspreewald, Niederlausitz, Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg), Dorfstraße; Bauernhaus um 1910, Straßenseite mit Schaufassade aus Ziegel-Verblendmauerwerk, dünnfugig gemauert und eventuell erst später verfugt, sehr gut erhalten; zurückhaltende Gliederung durch farblich abgesetzte Normalziegel, Formziegel und Terrakotta-Reliefplatten (Mäanderfries im Drempelbereich), durchlaufendes Sohlbankgesims aus Formziegeln; alle Fensteröffnungen mit Segmentbogen; neue vierflügelige Fenster in traditioneller Gliederung mit neuen Rollläden; Giebelseiten verputzt; Satteldach mit neuer engobierter Reformpfannen-Dachdeckung passend zur Bauzeit des Gebäudes; neue Dachflächenfenster; Aufnahmedatum: 17.9.2011




 

Schlepzig (Amt Unterspreewald, Niederlausitz, Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg), Dorfstraße; zweigeschossiges Wohnhaus um 1910, wohl ehemaliges Bauernhaus mit straßenseitiger Schaufassade aus Ziegel-Verblendmauerwerk, dünnfugig und wie üblich ohne Verfugung gemauert, sehr gut erhalten; Gliederung durch farblich abgesetzte, teils glasierte Normalziegel, Formziegel und Terrakotta-Reliefplatten (Brüstungsfelder); giebelseitig normales rotes Ziegelsichtmauerwerk im Verband gemauert; alle Fensteröffnungen mit Segmentbogen, neue zweiflügelige Segmentbogenfenster mit Kämpfer und Pfostenattrappe; Satteldach mit alter Biberschwanz-Kronendeckung; Aufnahmedatum: 17.9.2011






 

Schlepzig (Amt Unterspreewald, Niederlausitz, Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg), Dorfstraße; Nebengebäude um 1880-1900 zu einem Bauernhof; Straßenseite aus traditionellem Ziegelsichtmauerwerk ("Backsteinwand") im Kreuzverband gemauert, dezente Gliederung durch Ziegelfriese auf Deckenhöhe und als Traufgesims; Satteldach mit älterer grauer (ungefärbter) Betondachstein-Deckung aus DDR-Produktion; Aufnahmedatum: 17.9.2011


 

 


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