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Dorfentwicklung im Land Brandenburg
Bauernhausarchitektur und ihre zeitgeschichtliche Einordnung

Grundlage für die folgende Dokumentation sind viele Vorträge von Dipl.-Architekt Norbert Rauscher aus 16548 Glienicke/Nordbahn, die unter anderem gehalten wurden im Niederlausitz-Museum in Luckau 2009 auf Einladung des Luckauer Heimatvereins e.V. unter dem Titel "Historische Bauernhäuser der Mark Brandenburg", in Wiesenburg 2008 auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne im Land Brandenburg unter dem Titel "Auswirkungen von Entwicklungen des 19.Jahrhunderts auf das architektonische Erscheinungsbild der märkischen Dorf- und Hauslandschaft", im Zeitraum 2000-2001 in den im Gemeindeforum Havelseen aktiven 13 Gemeinden und Ortsteilen unter dem Titel "Planung und Baugestaltung im ländlich geprägten Siedlungsgebiet" sowie auf diversen Vortragsveranstaltungen im Rahmen von Planungen zur Dorferneuerung und sonstigen städtebaulichen Planungen in den jeweiligen Gemeinden des Landes Brandenburg.

Ländliche Architekturgeschichte in Stichworten und Bildern

Die Wiedergabe der Inhalte hier auf der Webseite erfolgt nicht durch die Präsentationsblätter bzw. Bild-Text-Tafeln der damaligen Vorträge sondern als neu sortierte inhaltliche Zusammenfassung mit deutlich erweiterten Informationen und vielen inhaltlichen Ergänzungen sowie einer Literaturliste. Alle Fotos und Texte sind Arbeiten des Verfassers Norbert Rauscher, sie unterliegen dem Urheberrechtsschutz, siehe Impressum. Die Wiedergabe der Fotos erfolgt stark verkleinert, die Informationen dienen der zeit- und architekturgeschichtlichen Einordnung der Gebäude, dabei besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Zu fast allen gezeigten Objekten finden Sie in der Stockphoto-Galerie Nr.1a (siehe hier: ) noch viele Detailfotos und baufachliche Erläuterungen. Ortsangaben und Bildnummern ermittel Sie hier auf dieser Seite durch Rechtsklick (rechte Maustaste) auf das Bild, dann wählen Sie eine der Optionen aus, die Ihr Browser anbietet. Am Ende der Webadresse des Bildes sehen Sie immer die Ortsbezeichnung und in Klammern die Bildnummer, falls Sie diese Bilder in Originalgröße bestellen wollen.

 




Historische Bauernhäuser der Mark / Provinz Brandenburg

Baugeschichtliche Entwicklung und gegenwärtiger Bestand an Bauernhäusern und Wohngebäuden in den Dörfern des Landes Brandenburg





Ländliches Bauwesen zwischen 1750 und 1950 in zeitgeschichtlicher Einordnung

Ausgangssituation ca. 1750 - 1800
• Privater Hausbau in der Kurmark Brandenburg konstruktiv als Fachwerkbau überwiegend in niederdeutscher Tradition
• Nutzung der Bauernhäuser überwiegend als Wohn-Stall-Speicher-Häuser, Scheunen separat (Abstand zum Haus, Brandgefahr)
• 1701 "Feuer-Ordnung auffm Lande in der Chur- und Marck Brandenburg." sowie ergänzend "Declaration, vorstehender Feuer-
Ordnung, die Brunnen auffm Lande in guten Stand zu halten etc."
• Ab 1724 Einführung der Funktion des Landbaumeisters bei den preußischen Provinzialbauverwaltungen mit Zuständigkeit für
das landesherrliche Bauwesen und die baupolizeiliche Aufsicht bei Privatbauten
• 1727 "Königliche Preußische Feuer-Ordnung" für Berlin und Vorstädte als Gebot, für die Provinzstädte zum nützlichen Gebrauch
• 1728 "Edikt wegen Verhütung der Feuersgefahr ... in Städten und Dörfern" (Abschaffung brennbarer Dachdeckungen)
• 1729 "Patent, daß zu den Bauer- und Cossäten-Höfen, welche Sr. Königl. Majestät eigenthümlich zugehören, das zu deren
Unterhaltung nöthige Holtz frey abgefolget werden soll."
• Ab etwa 1750 verstärkt Koloniegründungen zur "Peuplierung" unbesiedelter Regionen mit Kolonisten; oft schlechte Bauqualität
• Teilweise obrigkeitlich gesteuertes und finanziell / materiell gefördertes Bauwesen verbunden mit bautechnischen Vorgaben
• 1770 Einrichtung des Oberbaudepartements (Oberste Baubehörde) für das ganze staatliche und private Bauwesen in Preußen;
Bauinspektoren für die Städte, Landbaumeister für die Landkreise
• 1773 Festlegung eines einheitlichen "Rheinländischen Längenmaßes" für alle Baumaßnahmen und Landvermessungen, der
amtliche Rheinländische / Rheinische Zoll hatte 2,615 cm, 12 Zoll = 1 Fuß = 31,38 cm; mit Fuß / Zoll (Zollstock) wurde gebaut
• 1777 "Edict, daß künftig auf dem platten Lande in der Chur- und Neumarck ... alle Schornsteine massiv erbauet werden sollen."
• 1793 Königliches Regulativ für Mauerziegel unter Friedrich Wilhelm II. für die Mark Brandenburg, 1798 Ergänzungen
• 1794 "Verordnung wegen besserer Einrichtung der Backöfen in den Dörfern" (Mindestabstand 50 Schritte zu Häusern)
• 1794 "Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten" mit ca. 19.000 Paragraphen, unter anderem zu den Themen Besitz-
und Eigentumsrecht (incl. Baurecht), Erbfolgerecht, Grundstücksrecht, Nachbarrecht, Gemeinheitsteilungen, Bauern- und
Dorfrecht, usw.; in den folgenden Jahrzehnten vielfache "Ergänzungen und Erläuterungen durch Gesetzgebung und
Wissenschaft" sowie durch besondere baupolizeiliche Anwendungsvorschriften
• 1795 "Edict wegen des Auseinanderbauens der Unterthanen-Gehöfte und Gebäude in der Kurmark." (Brandschutz)
• 1796 "Verordnung gegen die Verbindung der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude auf dem platten Lande in der Kurmark." ... "Nur
Wirthschafts-Gebäude ohne Feuerungen sollen mit einander verbunden werden dürfen." (Brandschutz)
• Ab etwa 1795 beginnende Gemeinheitsteilungen, Separation von Agrarland in Gemengelagen, Ablösung von Dienstpflichten
• David Gilly (1748-1808): "Handbuch der Landbaukunst", 1797 Band 1, 1798 Band 2, 1811 postum Band 3, jeweils mit Kupfern
• Fortbestand der Bautraditionen des späten 18.Jahrhunderts, im ländlichen Bereich überwiegend Fachwerkbauten
• Arbeits- und Ausbildungsbeschränkungen für Dorfhandwerker durch städtischen Zunftzwang
• 1799 Gründung der Bauakademie in Berlin als zentrale Ausbildungsstätte für Baubeamte (Ziegelgebäude 1832-1836, Schinkel)
• Um 1800 politische Lähmung, wirtschaftlicher Stillstand, Blockadehaltung des Adels gegenüber Reformen
Giebelflurhaus und Querflurhaus in diversen Varianten als Fachwerkbauten in traditioneller Ausführung

Umbruchphase ca. 1800 - 1840
• 1806-1813 napoleonische Kriege, 1815 Wiener Kongress mit deutlichen Gebietsgewinnen für Preußen (Niederlausitz, Fläming)
• 1807-1815 umfassende preußische Reformen ("Stein-Hardenbergsche Reformen")
• 1807 Aufhebung der Erbuntertänigkeit für die Landbevölkerung, Einführung der Freizügigkeit (in Kraft getreten 1810)
• 1808 Neuordnung der obersten Staatsbehörden; Ministerium des Innern > Sektion Gewerbepolizei > Bauwesen > Baupolizei
• 1811 Gewerbefreiheit und Abschaffung Zunftzwang; Edikt "Zur Erlangung des Gewerbescheins" mit Prüfungs-Reglementierung
• 1815 Bildung der Provinz Brandenburg mit den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt, dabei Abtrennung der Altmark von
Brandenburg und administrative Zuordnung zur preußischen Provinz Sachsen
• Ab 1815 Umsetzung der Verwaltungsreformen, Agrarreformen, teils zähe Neuordnung der gesellschaftlichen Verhältnisse
• Ab etwa 1820 Tätigkeit von Separations-Kommissionen, Anlage von Flurkarten und Katastern, Abschluss teils erst um 1870
• Zunehmend Grundstücksteilungen zur Finanzierung von Ablösungen und Erbteilungen; Entstehung von Ausbauhöfen
• Beginnende Abwanderungen der armen Landbevölkerung nach Einführung der Freizügigkeit, meist Richtung Berlin
• 1822 "Allerhöchste Kabinetsorder, die Anlegung enger Schornsteinröhren betreffend", Nachträge / Ergänzungen 1830-1835
• 1826 Brandschutzverordnung zum Mindestabstand zwischen Wohngebäuden und Ställen (30 Fuß) bzw. Scheunen (60 Fuß),
sofern diese mit brennbaren Dachdeckungen errichtet wurden; in den ehemals sächsischen Landesteilen blieb jedoch die
"Kursächsische Dorf-Feuerordnung" von 1775 in Kraft, ohne verbindlich festgesetzte Mindestabstände
Überwiegend Querflurhäuser in diversen Varianten als Fachwerkbauten in traditioneller Ausführung

Übergangsphase ca. 1830 - 1860
• Wirkungsbeginn der Reformen, beginnender wirtschaftlicher Aufschwung, zunehmende soziale Differenzierung
• Verbesserung der bäuerlichen Einkommenssituation durch agrarwirtschaftlichen und agrartechnischen Fortschritt
• Ab etwa 1830 Auslagerung des Stallteils aus den Häusern und Umnutzung dieses Gebäudeteils als Wohnraum / Altenteil
• Noch um 1840 wurde die Ziegelbrennerei zu den landwirtschaftlichen Gewerben gezählt
• Um 1820-1850 unzählige präzisierende und ergänzende Vorschriften zur Anwendung des Allgemeinen Landrechts
• Um 1830 beginnende Denkmalschutzaktivitäten und architekturtheoretische Diskussionen (Baustil, Historismus, Eklektizismus)
• Heinrich Hübsch (1795-1863): "In welchem Style sollen wir bauen?" (erschienen 1828)
• 1844 Regierungserlass "Zulässigkeit der Anwendung von Strohdocken (Strohpuppen) zur Dichtung der Pfannendächer", wenn
die Strohdocken in verdünntem Lehm getränkt und völlig von den Dachpfannen bedeckt werden (Brandschutz)
• 1850 Preußisches Polizeiverwaltungsgesetz (Gefahrenabwehr, Brandschutz)
• 1850 Amtliche Zulassung von "Steinpappe" (besandete Teerpappe) für Dachdeckungen nach Brandschutzprüfung
• Biedermeier, Spätklassizismus, beginnende Gründerjahre mit Historismus
Endphase des traditionellen märkisch-brandenburgischen Fachwerkbaus, Übergang zum Massivbau

Konjunkturphase ca. 1850 - 1910
• Extremer wirtschaftlicher und technischer Aufschwung mit Konjunkturschwankungen
• Spätklassizismus, Gründerzeit, Historismus, Prunken und Protzen, Jugendstil, Heimatstil
• Harmonisierung und Fixierung der Rechtsgrundlagen, weitere Ausgestaltung des Baupolizeirechts
• Entstehung von Baugewerkschulen ab 1831 (Holzminden) zur Qualifizierung von Handwerksmeistern (Zimmerer, Maurer) zu
Baumeistern mit Bauvorlageberechtigung, 1877 studierten allein in Holzminden 670 Schüler aus Preußen (nach H.-J. Rach,
siehe unten); in der Fläche spürbare Auswirkungen in Brandenburg erst ab etwa 1870
• Zunehmende Verbreitung von Baufachliteratur / Musterbüchern, beginnende stilistische Nivellierung in den deutschen Staaten
• Ab etwa 1860 Import von Dachschiefer aus England (Wales) für Rechteck-Doppeldeckung ("Englische Deckung")
• 1861 Gesetz zur Regelung der Grundsteuer und Einführung einer allgemeinen Gebäudesteuer; Neuanlage von Flurkarten und
Katastern für Brandenburg (Ursprung der heutigen Liegenschaftskarten), teils unter Verwendung der alten Separationskarten
• Um 1860-1900 starke Abwanderung aus den ländlichen Räumen in die Städte; Arbeitskräftemangel auf Gütern und Dörfern
• 1864 erste Baugewerkschule in Preußen, privat gegründet durch den Architekten Karl Möllinger in Höxter (ab 1895 Königlich
Preußische Baugewerkschule); 1914 gab es in Preußen 24 staatliche Baugewerkschulen mit einheitlichen Lehrplänen
• 1869 Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund (ab 1871 Reichsgesetz) zur weiteren Ausgestaltung der Gewerbefreiheit
• Zunahme von Massivbauten; Ablösung der Zimmerleute als bauleitende Unternehmer durch Maurermeister / Baumeister
• 1875 "Gesetz, betreffend die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften."
(Preußisches Fluchtliniengesetz, Straßen- und Baufluchtengesetz)
• 1878 Baugewerkschule des Berliner Handwerker-Vereins, 1880 Handwerkerschule Berlin
• Ab etwa 1890 Einbau von "Preußischen Kappendecken" über Kellern sowie über / unter Küchen, Ställen, Futterküchen, ...
• 1900 (1896) "Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)", unter anderem zu Eigentumsrecht, Erbrecht, Grundstücksrecht, Nachbarrecht
Quer erschlossene und teils prunkvolle Wohngebäude und Wirtschaftsgebäude als Massivbauten

Spätphase des Deutschen Kaiserreiches ca. 1900 - 1918
• Eindringen von kleinstädtischen Bau- und Stilformen in die ländlichen Räume
• Reformbewegung, Jugendstil, Heimatstil, Landhaus, Beamtenwohnhaus, Arbeiterhaus, ...
• 1902 Preußisches Verunstaltungsgesetz (Schutz der Landschaft vor Verunstaltungen)
• 1903 Verbot der Beschäftigung von Kindern unter 13 Jahren im Bau-, Ziegelei-, Steinbruch- und Schornsteinfegergewerbe
• 1904 Deutscher Bund für Heimatschutz (Schutz von Baukultur und Landschaft)
• 1907 Preußisches Verunstaltungsgesetz (Schutz und Entwicklung der Baukultur)
• Um 1910 endgültiger Abschluss der Stuckarchitektur auch im ländlichen Raum
• Ab 1912 Krise auf dem Berliner Baumarkt, totaler Einbruch der brandenburgischen Ziegel- und Kachelproduktion
• Erster Weltkrieg 1914-1918, Baustoffmangel, weitgehender Baustillstand ab etwa 1917
Massive Wohngebäude in zunehmend sachlicher Gestaltung

Zwischenkriegszeit und Nationalsozialismus 1918 - 1945
• 1918 Preußisches Wohnungsgesetz (äußere Gestaltung von Wohngebäuden, kaum Anwendung in den Dörfern)
• Weltwirtschaftskrise; Siedlerhaus, Kleinsiedlungsbau; Reichsheimstättengesetz 1920
• 1931 Verordnung des Reichswirtschaftsministers über die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung "Baumeister"
• Ideologische Vereinnahmung des Heimatstils; Reichserbhofgesetz 1933
• Erste Versuche mit kostengünstigen typisierten Neubauernhäusern ab 1933
• 1936 Verordnung über Baugestaltung für das Deutsche Reich
• Zweiter Weltkrieg 1939-1945, totaler privater Baustillstand ab etwa 1940
Handwerklich solide, formal schlicht gehaltene massive Neubauten

Nachkriegszeit und frühe DDR 1945 - ca. 1955
• 1945 Abtrennung fast der gesamten brandenburgischen Neumark und Angliederung an Polen
• Bodenreform, Neubauernhaus, "Umsiedlerhaus" (verharmlosende Umschreibung für Flüchtlinge und Vertriebene)
• Teilweise Zerstörung von enteigneten Gutshäusern zur Baustoffgewinnung für das Bodenreformprogramm
• Errichtung von kleinen typisierten Häusern für Neubauern, Handwerker und ländliche Siedler in einfachster Ausführung
Wohngebäude oder Wohn-Stall-Gebäude als äußerst bescheidene Fachwerk- oder Massivbauten




Zeitraum ca. 1750 - 1840

Brandenburger Kulturraum als Teil von Norddeutschland und Mitteldeutschland
Das heutige mittlere und nördliche Brandenburg gehört baukulturell zum niederdeutschen Raum und überwiegend zur historischen niederdeutschen Sprachregion, in den alten kurmärkisch-brandenburgischen Grenzen wurde "Märkisch Platt" gesprochen, auch der zu dieser Zeit noch sächsische Fläming gehört sprachlich und baukulturell zur niederdeutschen Region. Hervorgegangen sind die heute noch in Deutschland liegenden brandenburgischen Gebiete aus der Altmark und der Mittelmark, mit diversen späteren Erweiterungen (z.B. 1524 Grafschaft Ruppin, 1598 Beeskow-Storkow, usw.). Die ehemals brandenburgische Neumark liegt heute überwiegend in Polen. Mitteldeutsche / sächsische Gebietsgewinne kamen besonders 1815 hinzu (Wiener Kongress) mit eigener Sprachkultur / Brauchtum und deutlich anderen städtebaulichen bzw. dorfbaulichen Erscheinungsformen, siehe die drei Fotos oben: Zuerst die beiden märkisch-brandenburgischen Dörfer Breetz (Westprignitz) und Stüdenitz (Ostprignitz), danach das ehemals sächsische Dorf Langengrassau (Niederlausitz). Zur Gesamtübersicht über die Entwicklung der Dorf- und Hausformen in Brandenburg siehe die Seite "Dorfentwicklung in Brandenburg, Teil 1" (direkt hier: ).

Fachwerkbau in den Traditionen des späten 18. Jahrhunderts als Giebelflur- und Querflurhäuser
Gebaut wurden schlichte Fachwerkkonstruktionen auf niedrigem Feldsteinsockel, anfangs ohne Unterkellerung, später mit Teilunterkellerung entweder als kleine niedrige und nur halb eingetiefte Kellerräume / Kriechkeller, zugängig über den "Kellerhals", über denen sich eine Hochkammer / Aufkammer befand, oder als Kellergruben / Grubenkeller, zugängig über eine Fußbodenluke mit Stiege. Die wichtigsten Baustoffe waren Holz, Lehm, Stroh, Reet, Feldstein (soweit verfügbar) sowie nach etwa 1800 auch Ziegel. Das Fachwerk bestand konstruktiv aus Schwelle, Ständer, Rähm, ein- oder zweifach verriegelt, zur Aussteifung wurden meist (aber nicht immer) nur einseitig lange Eckstreben eingesetzt, seltener zweiseitig. Die Gefache waren mit Lehmstaken ausgefacht, erst um 1800 tauchen auch Lehmstein- oder Ziegelausfachungen auf. Ungebrannte Lehmsteine wurden allgemein und auch in der alten Fachliteratur als "Luftsteine" bezeichnet, das Verstreichen der Ausfachungen mit Lehm hieß "kleiben", "kleimen" oder "klehmen".

Dachwerke wurden zumeist als Sparrendach-Konstruktionen mit Kehlbalken und doppelt stehendem Stuhl errichtet, eingeschossige Bauten teilweise mit Senkbalkendecke, wodurch unter der Traufe eine Drempelwand entsteht zur Verbesserung der Nutzung des Dachraums. Die abgesenkten Balken (daher "Senkbalken") wurden entweder von innen in die Ständer eingezapft (selten) oder auf die oberen Riegel / Sturzriegel aufgelegt, die Balkenköpfe sind dann von außen auf den Traufseiten zu sehen, siehe Fotos. Für Dachdeckungen wurde ursprünglich immer Stroh oder Reet verwendet, die Firste wurden regional unterschiedlich mit Plaggen oder längs gepackten Stroh- bzw. Reetbünden gedeckt und mit Windklötzern (Hängeklötze) oder Windlatten gesichert, die Giebelkanten (Ortgänge) mit Windbrettern und Giebelzier. Erst später bei Umdeckungen kamen auch Dachziegel zum Einsatz (meist durch Brandschutzvorschriften erzwungen), Hohlpfannen in norddeutscher Tradition teils mit untergelegten Strohdocken zur Abdichtung, Biberschwänze in mitteldeutscher Tradition, als Biberschwanz-Einfachdeckung mit untergelegten Spließen bei ärmeren Häusern, immer mit echter Traufe ohne Dachrinne. Die Giebeldreiecke waren häufig verbrettert (meist wohl mit zeitlichem Abstand erst nachträglich), der Dachraum wurde ursprünglich immer als Speicher genutzt, unter anderem als Schüttboden für Korn über der beheizten Stube.

Gestalterisch zeigen die Gebäude eine schlichte Gesamtwirkung, Kontrast besteht zwischen den geölten oder gepechten (Pechöl bzw. Teeröl) Konstruktionshölzern und den getünchten / gekalkten Ausfachungen, in klassizistischer Zeit wurde teilweise zur Homogenisierung der Fassaden über die Hölzer hinweg getüncht. Türen, Fenster und Klappläden wurden durch Farbe bzw. gefärbte Ölmischungen betont, Hauseingangstüren besonders im Oderbruch teilweise in aufwendiger Gestaltung mit geschnitzten und gesägten Verzierungen ausgeführt. Die Giebelverbretterungen blieben wohl meist unbehandelt, das Holz vergraute im Laufe der Zeit, oder sie wurden einfach geölt.

Soweit keine staatliche Bauhilfe in Verbindung mit Auflagen in Anspruch genommen wurde, entwickelte sich das private Bauwesen in den brandenburgischen Dörfern bis etwa zur Mitte des 18.Jahrhunderts weitgehend unreglementiert. Ausschlaggebend waren die finanziellen Möglichkeiten, der bäuerlich-funktionelle Raumbedarf und Raumanspruch gemäß der dörflichen Rangordnung (Bauer, Kossät, Büdner) sowie die nachbarlichen Verhältnisse. Erste staatliche Eingriffe erfolgten im ländlichen Raum durch Vorgaben zum Brandschutz. Das preußische Baupolizeirecht und spätere Bauordnungsrecht entwickelte sich hauptsächlich aus den amtlichen Feuerordnungen und daraus abgeleiteten Bauvorschriften in Verbindung mit dem traditionellen Nachbarrecht. Baurecht war Polizeirecht zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und dabei immer zuerst Brandschutzrecht. Eine frühe "Landes-Policey-Ordnung" auch mit Vorgaben zum Brandschutz gab es bereits 1540 unter Markgraf Johann von Küstrin.

Brandenburgisches Giebelflurhaus ("Märkisches Mittelflurhaus")
Das Brandenburgische Giebelflurhaus ist ein giebelständiger niederdeutscher Haustyp, ursprünglich ein Wohn-Stall-Speicher-Haus mit "Schwarzer Küche" unter einem Rauchschlot aus Fachwerk mit Lehmverstrich, Stallteil hinten, der Dachraum als Speicher genutzt. Die brandenburgische "Normalform" ist nach heutigem Kenntnisstand vermutlich abgeleitet aus dem niederdeutschen Hallenhaus durch Reduzierung der Mittellängsdiele im Hallenhaus auf die Dimension eines Flurs im Giebelflurhaus, aus dem Dielentor wurde eine Haustür.

Als ländliche ein- oder zweistöckige Sonderform entstand das Giebellaubenhaus besonders in der Oderregion durch Einrücken des Unterstocks (bzw. des Erdgeschosses) um zwei oder drei Gefachtiefen und Abstützen des Oberstocks bzw. des Dachraums über diesem Bereich durch eine giebelseitige Ständerreihe (Laubenständer) mit Kopfstreben und Spannriegeln, wodurch man eine befahrbare und wirtschaftlich nutzbare Giebellaube erzeugte (weitere Hinweise dazu siehe hier: ). Eine weitere Sonderform ist das Giebelspeicherhaus, nach seinem Verbreitungsgebiet bezeichnet als "Nuthe-Nieplitz-Haus", mit einseitigem Giebelspeicher-Vorbau, dieser wohl ursprünglich immer genutzt als Speicher, später meist Umnutzung zu Wohnraum, z.B. als Altenteil. Die Giebelspeicher waren meist klein, konnten aber auch beachtliche Dimensionen einnehmen (siehe unten bei Rosalinde Rennebarth, Kranepuhl ..., ab Seite 155). Zweistöckige städtische Varianten entstanden als reine Wohngebäude durch Übernahme und Weiterentwicklung der ländlichen Grundform oder als eigenständige Parallelentwicklung besonders in den kleinen Ackerbürgerstädten.






Brandenburgisches Querflurhaus, Entwicklung aus dem "Mitteldeutschen Ernhaus"
Ländliche Formen des Querflurhauses existieren noch heute in verschiedenen Varianten und Entwicklungsstufen, fast immer traufständig. Hervorgegangen ist dieser Haustyp wohl aus dem sogenannten (mitteldeutschen) "Ernhaus", ein Wohn-Stall-Haus / Wohnstallhaus mit breitem Mittel-Querflur als Herdraum (Ern / Eren, im ursprüngliche Sinne ein bis in den Dachraum offener Querdielen- oder Querflur-Herdraum mit offener Feuerstelle, also ein Rauchhaus), anliegend auf einer Seite Wohnräume, auf der anderen Seite Ställe, der Dachraum als Speicher mit Zugang über Leiter oder Stiege. Mindestens in der Niederlausitz gab es auch das Wohn-Speicher-Haus / Wohnspeicherhaus mit als Speicher genutzten Kammern statt Ställen (nach Lotar Balke, siehe unten). Später entstand daraus das "Doppelstubenhaus" durch Auslagerung des Stallteils bzw. Speicherteils, der Flurbereich wurde geteilt, zwischen Vorder- und Hinterflur gab es anfangs noch die "Schwarze Küche" mit offenem Feuer unter einem raumübergreifenden Rauchfang / Rauchschlot aus Fachwerk mit Lehmverstrich ("gekleibter" / "gekleimter" Schlot) oder einem Mantelschornstein aus ungebrannten Lehmsteinen ("Luftsteine") oder Backsteinen / Ziegeln, die Schornsteinköpfe über Dach waren bei allen Varianten witterungsbeständig aus Ziegeln gemauert. Später entwickelte sich daraus ein nach oben geschlossener Durchgangsflur mit meist eingehauster Treppe, beidseitig anliegend Wohnräume incl. Küche ("Seitenküche" mit Fenster, "Weiße Küche") mit besteigbaren (begehbaren, befahrbaren) Grundschornsteinen ("Steiger"), der Dachraum wurde weiterhin als Speicher genutzt. Der Schornstein hieß in der damaligen hochdeutschen Amtssprache und in den amtlichen Verordnungen in Brandenburg-Preußen häufig noch "Schorstein" ‒ ohne "n". Das Volk sprach jedoch Platt und verwendete die niederdeutsche Variante "Schornsteen".

Seit 1822 war durch "Allerhöchste Kabinetsorder" der Einbau von nichtbesteigbaren Schornsteinen im heutigen Sinne erlaubt und somit der Umbau der Rauchschlote sowie der direkte Anschluss von Öfen an Einzelschornsteine möglich. Die Schornsteine mit einem runden oder rechteckigen Innendurchmesser von 6-8 Zoll (erlaubt waren min. 6 x 6 und max. 8 x 8 Zoll) wurden als "Russische Röhren", "Russisches Rohr" oder "Enge Röhren" bezeichnet. Kochherde und Heizkamine mit offenem Feuer mussten jedoch weiterhin an besteigbare gemauerte Schornsteine ("Weite Röhren") von 18 x 18 oder 18 x 15 Zoll (ca. 47 x 39 cm) angeschlossen werden. Die manuelle Reinigung von innen wurde durch die Lehrlinge ausgeführt, beim kleineren Format konnten nur "Schornsteinjungen" (Kinder) einsteigen, erst 1903 wurde diese Arbeit für Kinder unter 13 Jahren durch Reichsgesetzt verboten. Gemäß Ergänzung 1832 sollte die Beseitigung der Fachwerkschlote "allmählig bei Neubauten oder eintretenden Reparaturen bewirkt werden". Der obere Teil der Rauchschlote im Dachraum wurde gelegentlich erhalten und als Räucherkammer genutzt. Erläuterungen zum Keller siehe oben.

Gestützt wurde die vorrangige Entwicklung dieses Haustyps ganz besonders in der Regierungszeit Friedrichs II. (1740-1786) durch die als Typenentwürfe von den Baubehörden entwickelten Fachwerkhäuser für Kolonisten. Deren Ansiedlung wurde finanziell und materiell gefördert unter anderem durch Bereitstellung von Bauholz. Der Holzbedarf wurde anhand der Entwürfe für bestimmte Haustypen ermittelt, die den jeweiligen Kolonisten-Berufsgruppen zugedacht und von diesen bzw. den mit der Baudurchführung beauftragten Unternehmern ("Entrepreneure") zu errichten waren. Die in den Altdörfern ansässigen Bauern wurden dringend angehalten, bei Neubauten ebenfalls nur noch Querflurhäuser zu bauen, weil bei diesen der Holzbedarf geringer war als bei den alten Giebelflurhäusern (zumindest bei einfachen Sparrendach-Konstruktionen ohne Senkbalkendecke). Der entscheidende Vorteil der quer geteilten Kolonistenhäuser besteht in der giebelseitig geringeren Hausbreite und damit im geringeren Bedarf an konstruktiv hochwertigen Bauhölzern (Deckenbalken, Dachsparren). Bei Giebelflurhäusern mit Mittellängsflur zwischen den beidseits des Flurs gelegenen Stuben wird meist eine größere Gebäudebreite benötigt als bei quer geteilten Gebäuden mit Stuben in gleicher Größe. Grundrissökonomie ist Baustoffökonomie. Mit dem Übergang vom Giebelflurhaus zum Querflurhaus war auch der zunehmende Einsatz von harten Dachdeckungen verbunden, weil im Brandfall weiche Dachdeckungen (Reet und Stroh) gefährlich sein können. Brennendes Stroh kann vom Dach rutschen und den Hauseingang als Fluchtweg versperren. Im Übrigen wurde Bauholz für den Unterhalt aller Bauern- und Kossätenhöfe im Zuständigkeitsbereich der Krone seit 1729 aus den königlichen Forsten frei zur Verfügung gestellt.

Zunehmender Wohlstand und Raumbedarf ließen das "Erweiterte Doppelstubenhaus" entstehen in verschiedenen Varianten mit einseitig oder beidseitig vergrößertem Wohnteil, Erweiterung meist um jeweils ein giebelseitig angebautes Kammerfach, die Giebelseiten des Dachraums wurden jetzt mit Fenstern ausgestattet zur Nutzung als Schlafkammern oder Gesindekammern, der mittlere Dachbereich diente vorerst weiterhin als Speicher. Daraus entwickelten sich zweigeschossige und zweistöckige Varianten als "aufgestockte Doppelstubenhäuser" mit oder ohne seitliche Erweiterungen sowie zweistöckige Varianten mit seitlich angebautem Torhaus unter einem Dach, eine mitteldeutsch geprägte Bauernhausform mit integriertem Torhaus. Sehr kleine eingeschossige Hausvarianten ("halbe Häuser") wurden weiterhin gebaut, z.B. für Häusler / Büdner oder als separates Altenteil.

Zweigeschossige und zweistöckige dörfliche und kleinstädtische Varianten als reine Wohngebäude entstanden durch Übernahme und Weiterentwicklung der ländlichen Grundformen und/oder als Parallelentwicklung im städtischen Raum. Ob das Bauernhaus als Doppelstubenhaus und damit reines Wohngebäude bei den Stadtgründungen bzw. Stadterweiterungen als Vorbild zumindest für kleinere Wohnhäuser gedient hat oder ob die aus dem (herrschaftlichen) Symmetriebedürfnis entstandenen Fassadengliederungen der kleinen Stadthäuser in den Dörfern nachgeahmt wurden, ist wohl nicht mehr mit Sicherheit zu belegen; die jeweilige regionale Gesamtentwicklung war vielschichtig und wechselseitig. Der Hausforscher Werner Radig vertrat die Auffassung, dass Bauernhäuser als Ackerbürgerhäuser oder reine Wohnhäuser in die Städte eingewandert sind (Angabe nach Christof Baier, siehe unten); auch der Hausforscher Karl Baumgarten war dieser Auffassung (siehe unten).










Zeitraum ca. 1830 - 1860

Übergang vom Fachwerkbau zum Massivbau
Unter Beibehaltung der gewohnten Gebäudestrukturen hinsichtlich Grundriss und Aufriss wurde fast ausschließlich der quer erschlossene Haustyp als reines Wohngebäude entwickelt, jetzt häufig mit integriertem Altenteil, zuerst weiterhin als Fachwerkbau, dann zunehmend als Massivbau, dabei zuerst als verputzte Mauerwerksbauten, mit Steigerung der Ziegelproduktion zunehmend als Sichtziegelbauten mit dezenten Ziermauerungen aus Normalziegeln ohne Verwendung von Sonderformaten. Nur in ganz seltenen Fällen wurden Giebelflurhäuser als Massivbauten neu errichtet, meist wurde den alten giebelständigen Fachwerkbauten nur eine neue massive Fassade vorgebaut und somit ein Massivbau vorgetäuscht. Bei Erweiterung der zweistöckigen Hausvarianten mit seitlich integriertem Torhaus konnte ein an das Torhaus angebauter zweiter und komfortabler Wohnteil als Altenteil entstehen, alles unter einem Dach. Diese Häuser wurden regional unterschiedlich bezeichnet, so z.B. in der Prignitz und wohl auch im Ruppiner Land als "Langhaus", in der Altmark als "Wohn-Torhaus".

In diesen Zeitraum fällt die endgültige baulich-funktionelle Trennung zwischen Wohnhaus, Stall-Speicher und Scheune; häufig wurden dabei zuerst die Scheunen und Stallspeicher als wirtschaftliche Existenzgrundlage massiv als Sichtziegelbauten erneuert, erst danach die Wohngebäude. Durch Gebäudezuwachs entstanden Dreiseithöfe und Vierseithöfe als offene oder geschlossene Höfe in dichter Reihung auf den alten Hofstellen, die Wirtschafts- und Nebengebäude häufig in nachbarlicher Grenzbebauung. Geschlossen bebaute Höfe nannte man z.B. in der Niederlausitz auch Dreikanter bzw. Vierkanter. Zur Finanzierung der Ablösung von Dienst- und Leistungspflichten sowie zur Auslösung von nachgeborenen Söhnen war eine Zunahme von Grundstücksteilungen zu verzeichnen, dadurch entstanden Kleinbauern- und Kossätenhöfe zwischen den Althöfen und an den Dorfrändern.

Wirkungsbeginn der preußischen Reformen, beginnender wirtschaftlicher Aufschwung
• Chausseebau, Eisenbahnbau, Kanalbau, Ausbau der Binnenschifffahrt und des Transportwesens insgesamt, ...
• Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur förderten die Verbreitung und verbesserte Auslieferung von Baustoffen, ...
• Beginnende überregionale und ausländische Importe von aus der eigenen Region nicht lieferbaren Baustoffen, ...
• Entwicklung eines leistungsfähigen ländlichen Bauwesens durch allgemeine Gewerbefreiheit und Ausbildung der Handwerker ...
• Zunahme von Bauvolumen, Komfort, Hygiene, Sicherheit; agrarwirtschaftliche Ertrags- und Gewinnsteigerungen, ...
• Brandschutz durch harte Dachdeckungen, Ziegelausfachungen, massive Mantelschornsteine, Einbau von Röhrenschornsteinen





Neue Baustoffe, Bauelemente, Bautechniken ca. 1820 - 1900

Einführung und Verbreitung neuer / verbesserter Baustoffe und Bautechniken in den Dörfern
Neue Baustoffe und bautechnische Entwicklungen fanden immer zeitversetzt Eingang in das traditionell geprägte dörfliche Leben, man war konservativ, sowohl die Bauern als auch die dörflichen Handwerker waren nur sehr schwer von Neuentwicklungen zu überzeugen. Erst wenn sich Neuerungen in den Städten etabliert sowie als technisch besser und kostengünstig ausführbar gezeigt hatten, wurden sie auch im ländlichen Raum akzeptiert und übernommen. Alle folgenden Bilder zeigen Details aus Brandenburg:

• Schablonenschiefer für Dach und Fassade, englische Rechteck-Schieferplatten für Doppeldeckung ("Englische Deckung")
• Technisch verbesserte und maschinell hergestellte Dachziegel (Pressfalzziegel, Strangfalzziegel), auch engobiert und glasiert
• Zement und Beton z.B. für "Zementdachplatten", Zementguss für Fassadenelemente; Asbestzement als "Kunstschiefer"
• Maschinell hergestellte Mauerziegel, Formziegel, Verblendziegel; feuerfeste Schamotteziegel für Kachelöfen
• Terrakotta und Glasurkeramik für Fassadengestaltung; glasierte Simsplatten, Bodenfliesen, Wandfliesen, Ofenkacheln
• Vorproduzierte Fassadenstuckelemente (Montageelemente) als Katalogware aus Stuckgips oder Zementguss
• Vorgefertigte geschnitzte oder gedrechselte Holzelemente als Katalogware, z.B. als Zierstücke für Hauseingangstüren
• Eisenträger aus Walzeisen für Preußische Kappendecken, Unterzüge, Laufschienen für Scheunen-Rolltore, Eisenbahnschienen
• Technisch verbessertes Schmiedeeisen und Gusseisen z.B. für Einfriedungen, Geländer, Türbeschläge / Türdrücker, Werkzeuge,
verzinkte Stallfenster, gusseiserne Stallsäulen (Stallstützen), Giebelanker, Herdplatten, Ofentüren und Ofenklappen
• Zinkguss für Zierelemente im Tür- und Fensterbau; Zinkblech für Bauklempnerei (Dachdeckungen, Dachrinnen, Fallrohre)
• Technisch verbesserter industrieller Messingguss für Türdrückergarnituren (Türschilder, "Türklinken") und Fensteroliven
• Industrielle Glasproduktion, billigere und größere Fensterscheiben, dadurch Entfall der nötigen Sprossenteilung etwa ab 1890
• Besandete Teerpappe ("Steinpappe") aus Steinkohlenteer für Flächenabdichtungen sowie Dachdeckungen für Nebengebäude
• Künstlicher Kalksandstein als Baustoff und industriell produzierter Mauerstein








Ziegelmauerwerk und Ziegelproduktion ca. 1800 - 1910

Ziegelsichtige Bauten ("Ziegelrohbauten") als Mode (Schinkel) und norddeutsche Tradition
1793 - Königliches Regulativ für Mauerziegel unter Friedrich Wilhelm II. für die Mark Brandenburg, 1798 Ergänzungen
1817 - Königliche Ziegelei in Joachimsthal (fachliche Kontrolle durch Karl Friedrich Schinkel)
1830 - es entstanden zunehmend keramische Betriebe für Mauerziegel, Dachziegel, Ofenkacheln
1850 - liefert des Revier Glindow allein für Berlin ca. 52.500 Tonnen Ziegel
1856 - Strangpresse mit Schraubenschnecke von Carl Schlickeysen
1858 - Ringofen von Friedrich Hoffmann ("Hoffmannscher Ringofen")
1870 - gab es ca. 1.300 Ziegeleien (incl. ländlicher Nebenerwerb) in Brandenburg
1871 - wurden in Brandenburg ca. 550 Millionen Ziegel für Berlin gefertigt und meist im Holzkahn (Kaffenkahn) ausgeliefert
1872 - Inkrafttreten der Reichsnorm über das Ziegelformat für Mauerziegel (Reichsformat 250 x 120 x 65 mm)
1905 - wurden in ganz Brandenburg ca. 1.775 Millionen Ziegel für Berlin gefertigt, davon 440 Millionen in der Region Zehdenick
1905 - gab es 227 große industrielle Ziegeleien in der Umgebung von Berlin
1905 - war das Revier Zehdenick das größte Ziegeleigebiet Europas mit 63 Ringöfen auf 56 Ziegeleien
1908 - hatte Velten 37 Kachelofenfabriken, die auch Baukeramik fertigten (Terrakotta)
1911 - gab es in der Region Zehdenick 63 Ringöfen auf 34 Ziegeleien, ca. 6.000 Arbeiter produzierten ca. 700 Millionen Ziegel

Brandenburgische regionale Ziegelbezeichnungen
• Rote Rathenower (rote Ziegel, eisenhaltig), hergestellt in der größten Ziegelei-Region zwischen Rathenow - Parey - Havelberg
• Gelbe Birkenwerdersche (grünlich-gelbe Ziegel), hergestellt in der Ziegelei-Region um Birkenwerder - Velten
• Gelbe Glindower (gelbe Ziegel), hergestellt in der Ziegelei-Region um Glindow - Werder (Havel)

Die Ziegelbezeichnungen "Gelbe Birkenwerdersche" und "Rote Rathenower" haben weithin Bekanntheit erlangt durch den Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898). Er erwähnt sie in seinen 1880 erschienenen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", Teil 3 Havelland, im Kapitel "Glindow" wie folgt: "... Die berühmtesten Steine, die hier zu Lande gebrannt werden, sind die »roten Rathenower« und die »gelben Birkenwerderschen«. Aber was ihnen ihre Vorzüglichkeit leiht, ist nicht das Material, sondern die Sorglichkeit, die Kunst, mit der sie hergestellt werden. Jedem einzelnen Stein wird eine gewisse Liebe zugewandt. Das macht's. Der Birkenwerdersche Ton beispielsweise ist unscheinbar, aber geschlemmt, gesäubert, gemahlen wird er zu einem allerdings feinen Materiale entwickelt, und die Art des Streichens und Brennens macht ihn schließlich zu etwas in seiner Art Vollendetem. Man geht dabei so weit, daß die Messer beim Formen des Steines jedesmal geölt werden, um dem Ziegel dadurch die Glätte, Ebenheit und Schärfe zu geben, die ihn auszeichnet." Weitere Hinweise zum Thema Ziegel in Brandenburg siehe hier: .




Zeitraum ca. 1850/1860 - 1910

Massivbau aus Ziegelsichtmauerwerk ohne Verwendung von Sonderformaten
Mit der qualitativen und mengenmäßigen Steigerung der Ziegelproduktion entstanden vorerst im regulären Mauerverband (meist Kreuzverband) erstellte Massivbauten aus Ziegelsichtmauerwerk, in der Entstehungszeit bezeichnet als "Ziegelrohbau" oder "Backsteinrohbau"; Wegbereiter waren besonders Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) und seine Nachfolger ("Schinkelschule"). Gebaut wurde ein homogener Ziegelbau / Backsteinbau aus Normalziegeln ohne Verwendung von Sonderformaten, im ländlichen Raum häufig erstellt aus einheitlicher Ziegelqualität für die gesamte Mauer, also ohne qualitative Trennung zwischen Hintermauerung und Vormauerziegeln. Alle Zier- und Schmuckformen zur Gestaltung des Sichtmauerwerks wurden aus Normalziegeln hergestellt / gemauert, teilweise in verschiedenen Ziegelfarben, jedoch ohne Einsatz von teuren Sonderformaten, Formziegeln oder Glasurziegeln. Selten wurde eine Kopfseite der Rohziegel vor dem Brennen mit Ascheschlämme, Öl-Ruß-Mischung, Teer / Pech oder ähnlichen Substanzen bestrichen, so dass diese Seite mit der eingebrannten Schwarzfärbung dann zur Ornamentierung des Mauerwerks verwendet werden konnte (siehe nächste Bildgruppe, letztes Bild). Für die Gestaltung von einzelnen besonderen Zierformen (Friese, Gesimse, Fensterbrüstungen, Rosetten) wurden häufig normale Biberschwanz-Dachziegel im Mauerwerk eingesetzt, dabei sichtbar immer die obere gerade Stirnseite mit Nase.

Diese dezente und sparsame, aber dennoch mit handwerklichem Aufwand betriebene Art der Ziegelfassaden zieht sich durch die gesamte Ziegelära, man findet sie auch in Mecklenburg und Niedersachsen. Die innere Raumaufteilung / Raumstruktur der Gebäude wurde aus dem Fachwerkbau übernommen und lediglich weiterentwickelt bzw. den modernen Bedürfnissen angepasst. Wohnhäuser waren jetzt fast immer unterkellert (teilweise nur von außen zugängig über den sogenannten "Kellerhals"), das Sockelmauerwerk meist als Ziegel-Naturstein-Kombination ausgeführt. Dachgeschosse erscheinen zunehmend mit Drempel und flacher geneigten Dachflächen, diese häufig gedeckt mit Schieferdeckung als Rechteck-Doppeldeckung, nach der Herkunft des Schiefers benannt als "Englische Deckung" (siehe folgender Absatz). Leider sind diese Dachdeckungen nur noch selten erhalten, bei Renovierungen werden aus Kostengründen im Austausch fast immer dunkle Ziegel- oder Betonstein-Dachdeckungen aufgebracht; zumindest bei denkmalgeschützten Gebäuden sollte dies nicht zulässig sein. Gegen Ende des Jahrhunderts entstanden häufig übergiebelte Risalite oder Zwerchgiebel; Hintergrund waren nicht nur gestalterische Überlegungen und Architekturmoden sondern vor allem der Bedarf an Normalfenstern im mittleren Dachbereich zum Einbau von Stuben und Kammern. In Brandenburg gibt es eine regionale Häufung dieser Ziegelsichtmauerwerke in der Prignitz, sie finden sich aber auch in der Niederlausitz und in anderen Regionen, besonders bei Wirtschaftsgebäuden (Scheunen, Stallspeicher) im gesamten Brandenburg.

Die letzten drei Bilder der folgenden Bildgruppe zeigen drei Höfe mit schlichten Ziegelfassaden aus der Altmark, die bis 1815 zu Brandenburg gehörte und danach mit den administrativen Verwaltungsreformen der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet wurde; die zweigeschossigen Großbauernhöfe jeweils mit Hausdurchfahrt, Altenteil und "Englischer" Schieferdachdeckung. Die in Fachwerk errichteten Vorgänger dieses Haustyps wurden als "Altmärkische Wohn-Torhäuser" bezeichnet, siehe unten bei Peter Fischer, Maxdorf.

Schieferdachdeckung als Englische Deckung
Als "Englische Schieferdeckung" oder einfach "Englische Deckung" wurden leichte großformatige Rechteck-Doppeldeckungen bezeichnet mit nur 4-5 mm dicken Schieferplatten in den Abmessungen zwischen ca. 15 x 30 cm bis ca. 40 x 60 cm, sie wurden hochformatig überwiegend auf Latten (nicht auf Schalung) genagelt und ab etwa 15° Dachneigung verlegt. Der englische Schiefer wurde in riesigen Mengen ab etwa 1850 zollfrei und preiswert als Kielballast der Segelschiffe über die deutschen Häfen importiert und von dort über die Flüsse und die neuen Eisenbahnlinien verteilt, er stammt fast ausschließlich aus Wales (Walisischer Schiefer). Die Bezeichnung "Englische Deckung" ist daher nicht ganz korrekt, eigentlich müsste es "Walisische Deckung" heißen (Wales ist aber seit 1536 Teil von England). Nur dieser Schiefer war großformatig so perfekt spaltbar und vor allem so billig. Es gab auch deutschen Schiefer in Rechteckformaten, aber kleinteiliger, dicker und damit schwerer in der Flächenlast und vor allem teurer. Die deutschen Hersteller versuchten sich im 19.Jahrhundert vergeblich über Einfuhrzölle gegen die walisische Konkurrenz zu wehren (sehr interessante Darstellungen dazu finden sich bei Theodor Plümpe, siehe unten).

Nach Brandenburg kamen die Lieferungen ab etwa 1860 über die Elbe (Binnenhafen Wittenberge) und die Oder, unter anderem deshalb findet man noch heute eine Häufung dieser Schieferdächer in der Prignitz. Angeliefert wurden verlegefertig zugerichtete Rechteckplatten, auf der Baustelle war keine weitere Nachbearbeitung erforderlich, auch dies trug zur enormen Verbreitung bei. Schieferdeckungen waren sturmsicher sowie regen- und schneedicht auch bei Winterstürmen, sehr vorteilhaft bei ausgebauten Dachgeschossen unter zunehmend flacheren Dachneigungen. Wer jemals eine solche etwa 120 Jahre alte englische Schieferplatte in den Händen hielt wird kaum glauben, dass es sich dabei um Naturstein handelt, gespalten in Handarbeit (!). Leider werden die Schieferplatten heute bei Umdeckungen meist achtlos entsorgt. Die drei Scheunendächer in der folgenden fünften Bildreihe zeigen die um 1900 typischen Dachdeckungen: Links dunkelrot glasierte Doppelmuldenfalzziegel, Mitte Zementdachplatten, rechts Englische Schieferdeckung.











Massivbau aus Ziegelsichtmauerwerk mit sparsamer Verwendung von Sonderformaten
In der weiteren Entwicklung wurde zunehmend ein sparsamer Einsatz von Sonderformaten als Schmuckziegel praktiziert, zumeist halbe Ziegel (Quadratziegel / Würfelziegel) oder Terrakottaplatten / Terrakottaziegel zur Herstellung von Friesen (Sohlbankfriese, Gesimsfriese) sowie Tür- und Fensterverdachungen, meist in Kombination mit eingemauerten Biberschwanz-Dachziegeln. Der Massivbau aus Ziegelsichtmauerwerk insgesamt wurde unverändert als homogener Ziegelbau / Backsteinbau aus Normalziegeln ausgeführt. Auch hier gibt es im Land Brandenburg eine regionale Häufung dieser Sichtmauerwerke in der Prignitz.





Maurermeisterarchitektur und Schinkelschule

Entwurfsverfasser in gestalterischer und konstruktiver Hinsicht sowie bauausführende Unternehmer für diese Mauerwerksbauten im ländlichen Raum waren in einer Person die örtlich oder regional tätigen Maurermeister, die sich über die Baugewerkschulen immer häufiger zum Baumeister qualifiziert hatten, über entsprechende Fachliteratur verfügten und Bauzeichnungen anfertigen konnten. Sie waren mit dem aktuellen Stand der Technik (weitgehend) vertraut und galten als bauvorlageberechtigt nach heutigem Sprachgebrauch. Ihre Tätigkeit reichte bis in die 1930er Jahre und umfasste alle privaten dörflichen Bauaufgaben (Wohngebäude, Ställe, Speicher, Scheunen, Werkstätten, ...). Die vielfach ortsbildprägenden Ergebnisse in den Dörfern werden heute mit Respekt und Anerkennung als brandenburgische / märkische Maurermeisterarchitektur bezeichnet, im Gegensatz zur akademischen Architekten- und Ingenieurbaukunst für Kirchen, Pfarrhäuser, Schulen, Brücken usw., die als staatliche Bauaufgaben von den an der Bauakademie ausgebildeten Baubeamten zu verantworten waren. Auch die ländlichen Herrenhäuser sowie Güter und Vorwerke wurden fast immer von freien Architekten oder Baubeamten (als private Auftragnehmer) geplant.

Die preußischen Baubeamten standen als Vertreter der Prüf- und Genehmigungsbehörden sowie als Baupolizei den Zimmer- und Maurermeistern gegenüber. Gleichzeitig lieferten sie aber z.B. als Vertreter der "Schinkelschule" die Architektur im ländlichen Raum, die den nur regional tätigen Handwerkern als Vorbild diente für die eigene Arbeit. Die Handwerker wurden als Auftragnehmer von den Architekten beschäftigt und lernten dabei moderne Bautechniken, Materialien und Gestaltungen kennen. Beides zusammen, Baugewerkschulen und akademische Architektur, entfalteten ihre Wirkung. Berühmte und in Brandenburg tätige Vertreter der Schinkelschule, die auch den Sichtziegelbau praktizierten, waren Friedrich August Stüler (1800-1865), Ludwig Persius (1803-1845), Martin Gropius (1824-1880), Carl von Diebitsch (1819-1869), Eduard Knoblauch (1801-1865), Johann Heinrich Strack (1805-1880), Ferdinand von Arnim (1814-1866) und Carl Ferdinand Busse (1802-1868). Maurermeister, die sich bei ihren Sichtziegelbauten an diesen Architekten orientierten, gestalteten ihre Fassaden meist in dem auf Schinkel zurückgehenden "Rundbogenstil" (Preußischer Rundbogenstil), einer sachlichen Mischung aus Romanik und Frührenaissance. Die späten Putz-Stuck-Fassaden des Historismus (siehe weiter unten) zeigen dagegen überwiegend Montagestuckelemente in den Formen einer klassizistischen Hochrenaissance, in der Literatur wird daher auch von Maurermeisterrenaissance gesprochen.

Der Begriff Maurermeister-Architektur wurde durch den Architekten Karl Möllinger (1822-1895) eingeführt in seinem Buch von 1868 "Die Baugewerkschule in ihrer Tendenz und Organisation ..." (siehe unten). Möllinger war in privater Initiative 1864 Gründer der ersten preußischen Baugewerkschule in Höxter (1869 Übernahme durch die Stadt, 1895 verstaatlicht als "Königlich Preußische Baugewerkschule"). In der Vorrede zu seiner Publikation befasste er sich mit den ungeklärten berufsrechtlichen Abgrenzungen und daraus resultierenden Spannungen zwischen Architekten und Baugewerksmeistern, ein Konkurrenzverhältnis bis hin zu "Rivalität und Brotneid", zu dessen Klärung und Versachlichung er beitragen wollte. Er nahm dabei Bezug auf mehrere Beiträge in der "Deutschen Bauzeitung" des Jahres 1868 (Nr. 4, 6 und 9), in denen dieses damals ganz offensichtlich brisante Thema diskutiert wurde. So findet sich z.B. in Nr. 9 auf Seite 77 der folgende Text: "... aber liegt die Gefahr nicht nahe, dass die Baugewerkschulen in ihrer gegenwärtigen Organisation zumeist weder Künstler erziehen, noch Handwerker, sondern Zwitter zwischen beiden, Dilettanten mit oberflächlichen Kenntnissen, aber mit einer Selbstüberschätzung, die der Pflege von Kunst, Wissenschaft und Technik wahrlich eben so schädlich ist, als die frühere Einseitigkeit in diesen Richtungen?"

Zumindest in größeren Städten und in akademischen Kreisen wurde der Begriff Maurermeisterarchitektur schon bald abwertend verwendet und auf den architektonischen Eklektizismus des späten 19.Jahrhunderts bezogen, so z.B. durch den Ingenieur und seit 1880 Schriftsteller Heinrich Seidel (1842-1906), dessen 1894 veröffentlichte Erzählung "Penelope" folgende Passage enthält: "Es sah ganz hübsch aus, zumal wenn man diese Straße mit anderen Berliner Straßen verglich, die sich endlos, ohne jeden Baum und jedes Grün, dahinziehen, und deren himmelhohe Häuserwände in öder Maurermeisterarchitektur mit Gipsornamenten aus dem großen Vorratskasten und schwindsüchtigen Balkons bekleckst sind."

Bereits damals war jedoch allgemein bekannt, dass die Misere des Eklektizismus in der Architektur des späten 19.Jahrhunderts auf die Hilflosigkeit der akademischen Architektur zurückzuführen ist und nicht auf entwerfende Handwerker, die nur dem Zeitgeist folgten. Die kritisierte Maurermeisterarchitektur ist Symptom, aber nicht Ursache dieser Entwicklung. Schon 1828 hatte der badische Architekt und Baubeamte Heinrich Hübsch (1795-1863) in seinem berühmten Buch "In welchem Style sollen wir bauen?" die intellektuelle Krise seiner Berufsgruppe offen eingeräumt. Er entschied sich am Ende für eine Art "Rundbogenstil", der auch den Segmentbogen nicht verschmäht (Brandenburg und die Schinkelschule lassen grüßen). Heute wird "Maurermeisterarchitektur" als baugeschichtlicher Gattungsbegriff ganz wertneutral auch von Architekturhistorikern und Denkmalpflegern verwendet. Die Wertschätzung steigt mit den zunehmenden Gebäudeverlusten und dem Kontrast zur Gegenwart. In den Dörfern sollte dabei auch auf Wirtschaftsgebäude und Nebenanlagen (z.B. Einfriedungen) geachtet werden.




Zeitraum ca. 1860 - 1910

Massivbau mit Ziegelvorsatzmauerwerk / Ziegelverblendmauerwerk in besserer Materialqualität
Im Verband gemauerte Ziegelfassaden sind jetzt ausgeführt mit sichtseitig besserer Materialqualität, der Qualitätswechsel ist giebelseitig an den Gebäudeecken meist deutlich erkennbar, das Mauerwerk entweder im normalen Mauerverband meist als Kreuzverband, zunehmend jedoch als einschaliges Verblendmauerwerk im Binderverband / Kopfverband und dieses aus Kostengründen häufig mit ganzen, halben und Viertel-Verblendern im Wechsel gemauert, alle Ziegel im normalen / regulären Maßsystem mit durchgehend gleicher Lagerfugendicke (ab 1872 Reichsformat, weitere Informationen dazu siehe hier: ). Sowohl Hintermauerung als auch Vorsatzmauerwerk bleiben damit Bestandteile des konstruktiven Mauerwerks. Anfangs waren diese Fassaden in ihrer Gesamtwirkung noch bescheiden und zurückhaltend, mit zunehmendem Wohlstand wurde der gestalterische Aufwand gesteigert.

Prunkfassaden aus Ziegelverblendmauerwerk
Ab etwa 1880 wurden zunehmend vielfältige auf den Mauerwerksverband abgestimmte Sonderziegel in unterschiedlichen Tonfarben verwendet, naturbelassen oder engobiert / glasiert, für Friese, Gesimse, Sohlbänke, Fensterbekrönungen, Mauerabdeckungen, Tür- und Fensterverdachungen, usw.; Kantenprofilziegel wurden gern für horizontale und vertikale Laibungskanten an Türen und Fenstern eingesetzt. Zur Fassadengestaltung und ohne konstruktive Funktion dienten jetzt auch reine Schmuckziegel oder Schmuckplatten / Reliefplatten (Terrakotta), Glasurziegel, halbplastische oder vollplastische Baukeramik / Terrakotta in allen Varianten z.B. bei Bogenmauerungen über Türen, Toren und Fenstern als Scheitelsteine / Schlusssteine. Auch in den Dörfern wurde erstmalig (zögerlich) das zweischalige Verblendmauerwerk mit oder ohne stehende oder zirkulierende Luftschicht eingeführt. Im Verband gemauerte Fassaden wurden teilweise auch mit Lochverblendern erstellt (Langlochverblender, Langloch-Verblendziegel mit waagerechtem Röhrensystem parallel zur Lagerfläche, im Gegensatz zu den späteren Hochlochziegeln).

Ab etwa 1890 tauchen gelegentlich auch im ländlichen Raum sonderformatige Verblendziegel für schmalfugiges Verblendmauerwerk auf, sogenannte Normal-Profilziegel oder Normal-Formziegel, kompatibel mit dem Reichsformat für die Hintermauerung. Allgemein ist jedoch zu beobachten, dass die Ausführung dieser für repräsentative städtische Bauten erfundenen Variante die handwerklichen Fähigkeiten der Maurer in den Dörfern überforderte, man blieb auch bei Verblendfassaden meist bei der normalen Fugendicke mit normalformatigen Ziegeln.

Wohngebäude entstanden jetzt häufig voll unterkellert mit Kellerfenstern in den Achsen der darüberliegenden Geschossfenster, Sockelmauerwerk als farblich abgesetztes Ziegelmauerwerk oder als Naturstein-Ziegel-Sichtmauerwerk. Ab etwa 1890 verbreitete sich auch für Bauernhäuser der Einbau von "Preußischen Kappendecken" über Kellergeschossen sowie über / unter Küchen, Ställen, Futterküchen und weiteren durch Feuchteanfall, Holzschädlinge oder Brandgefahr betroffenen Räumen. Die Prunkfassaden wurden den Gebäuden fast immer wie eine Kulisse vorgesetzt / vorgestellt, während die Giebelseiten nur als einfaches Ziegelmauerwerk dazu den Kontrast bilden. Eine auffällige Häufung von mehr oder weniger prunkvollen Ziegelverblendfassaden gibt es im südwestlichen Brandenburg. Auch die schon aus der Fachwerkphase bekannten "Langhäuser" mit integrierter Hausdurchfahrt bzw. Torhaus und Altenteil wurden als Massivbauten weiterhin gebaut.

Klappläden als Fensterläden wurden nur noch sehr selten eingesetzt. Mit der Verbreitung von Einbaurollläden gegen Ende des Jahrhunderts hatte sich der Bedarf erledigt, auch wurden sie bei den aufwendigen Fassadengestaltungen als störend empfunden. Einbaurollläden waren zwar konstruktiv aufwendiger und mussten schon mit dem Rohbau geplant werden, sie waren aber wesentlich robuster, besser wettergeschützt und langlebiger. Ein typisches Element der "Gründerjahre".



















Drempeldächer, Dachtragwerke mit Drempel
Besonders im Zeitraum um 1880-1900 wurden zunehmend Dachkonstruktionen ausgeführt mit hohem Drempel mit Drempelfenstern und flacher geneigten Dachflächen, diese häufig gedeckt mit Schieferdeckung als Rechteck-Doppeldeckung in "Englischer Deckung" (Hinweise dazu siehe oben). Die Drempelkonstruktionen wurden in der zeitgenössischen Fachliteratur als "Versenkung" bezeichnet, in Erinnerung an die alten Senkbalkendecken im Fachwerkbau. Die Gesamtbezeichnung der zimmermannsmäßigen Dachkonstruktion lautete dann z.B. "Kehlbalkendach / Pfettendach mit doppelt stehendem Stuhl und Versenkung"; weitere Informationen dazu siehe unten bei Franz Stade. Von außen ist bei diesen Dachtragwerken nicht erkennbar, ob es sich um Kehlbalken- oder Pfettendächer handelt (sofern am Giebel keine Pfettenköpfe sichtbar sind), die Holzkonstruktion des Drempels verbirgt sich immer hinter der massiven vorgemauerten Drempelwand. Vielfach findet man gerade bei Drempeldächern auch Mischkonstruktionen in diversen Varianten. Angewendet wurden alle Konstruktionsvarianten sowohl bei Wohngebäuden als auch bei Wirtschaftsgebäuden. Weitere Hinweise zu Drempel und Kniestock siehe hier: .

Insgesamt tauchen Pfettendächer eher selten auf in Brandenburg, am häufigsten noch im Umland der Großstadt Berlin sowie in der Niederlausitz, teilweise in Verbindung mit dem sogenannten "Schweizerhausstil" (siehe die letzten Bilder oben), tendenziell spät noch bis in die 1930er Jahre. Nachfolgend eine Dachkonstruktion mit hohem Drempel auf einem massiven Stallgebäude um 1910 in der Niederlausitz, außen Ziegelsichtmauerwerk, den Fußboden bildet eine "Preußische Kappendecke", der Dachraum wurde als Heuboden genutzt, die Beschickung erfolgte über Drempelluken. Es handelt sich um ein Pfettendach mit doppelt stehendem Stuhl und "Versenkung", die Stuhlständer ("Stuhlsäulen") gesichert durch Langstreben und Kopfbänder, die kurzen Drempelstiele teilweise mit Kopfbändern; Stuhlsäule, Strebe und Drempelstiel jeweils verbunden teils durch Doppelzangen aus Halbhölzern und teils durch Einfachzangen. Die Höhe der gemauerten Drempelwand beträgt bis Unterkante Drempelpfette etwa 1,20 m. Das Dach ist gedeckt mit Biberschwanz-Kronendeckung und Mörtelverstrich von innen ("Mörtelschlag" als Querschlag).




Zeitraum ca. 1860/1870 - 1910

Massivbau mit Schaufassade als Ziegel-Putz-Stuck-Fassade
Ziegelfassaden, in der bautechnischen Ausführung wie oben beschrieben, treten gestalterisch in den Hintergrund und bilden nur noch die Basisfläche (Nullfläche, Fondfläche) der Fassade; spezielle Formziegel, Glasurziegel, Keramik / Terrakotta usw. werden nicht mehr eingesetzt. Als plastische Gestaltungselemente auf den Fassaden erscheinen jetzt Stuckteile, fast ausschließlich Montagestuck (Stuckgips, Zementguss) als Katalogware, nur gezogene Langprofile für Gesimse sowie Tür- und Fensterrahmungen werden teilweise noch vor Ort angetragen. Die Gesamtwirkung lebt unter anderem vom Farbkontrast zwischen der Ziegelfarbe und den zumeist geweißten oder hell getünchten Stuckelementen. Eine besondere Gestaltungsgruppe bilden Fassaden mit verputzter Basisfläche und Gestaltungselementen aus Ziegeln, gewissermaßen als Umkehrung des oben genannten Prinzips. Flachrelief-Zierflächen wurden teilweise auch als Schablonen-Pressstuck aus Zementmörtel vor Ort angetragen, sie erhielten danach eine Farbfassung oder blieben naturbelassen lediglich mit einer ganz feinen Mörtelschlämme zur Egalisierung. Die gestalterische Entwicklung der Fassaden vollzog sich von anfangs dezent-zurückhaltend bis prunkig-protzig um 1900. Die Entwicklung der Wohnhaustypen aus dem Doppelstubenhaus bleibt weiterhin erkennbar.

1854 wurde der künstliche Kalksandstein als Baustoff und Mauerstein erfunden, 1880 in verbesserter Härtungstechnik patentiert, 1894 Beginn der industriellen Produktion, seit etwa 1900 zunehmend Einsatz auch in den brandenburgischen Dörfern, z.B. für Innenwände oder Hintermauerungen unter Putz oder unverputzt bei Wirtschafts- und Nebengebäuden sowie gewerblichen Bauten, dort auch als Ersatzausfachung bei älteren Fachwerkgebäuden. Kalksandsteine wurden wie Ziegel im Reichsformat hergestellt.






Eingangslauben als Vorlauben

Zur Architekturgeschichte der Bauernhäuser und ländlichen Wohngebäude in Brandenburg gehören auch verschiedene spätere Anbauten und Ergänzungen, so z.B. die kleinen hölzernen Eingangslauben / Türlauben vor den Hauseingängen besonders (aber nicht nur) im südöstlichen Brandenburg in den Regionen Beeskow-Storkow, Niederlausitz und Spreewald. Diese kleinen Vorlauben unter eigenem Dach hatten mehrere Funktionen. Sie waren zuerst und vor allem Wetterschutz für die Hauseingangstür, das teuerste äußere Bauelement am Haus, sowie gestalterische Aufwertung der ansonsten eher schlichten Hausfassaden. Außerdem dienten sie bei Regen als Unterstand für den Postboten und andere Personen, die man nicht ins Haus bitten wollte. Gelegentlich waren sie auch ausgestattet mit schmalen Sitzbänken beidseits des Durchgangs und dienten dann als Sitzplatz zum Plausch am Abend. Bei unterkellerten Gebäuden gab es ein etwas größeres Treppenpodest als Unterbau, was eine leicht erhöhte und für den Überblick sehr angenehme Sitzposition zur Folge hat.

Ausgeführt wurden diese Hauseingangslauben als Fachwerkkonstruktionen mit Ausfachungen und Verzierungen meist in mehr oder weniger aufwendiger Holzsägearbeit oder als Holzgitterrahmen aus Leisten und Latten, gelegentlich auch mit Sprossenverglasungen, fast immer mit Satteldach als Zwerchdach, nur sehr selten mit Walmdach oder Pultdach. Das Laubendach schließt immer unterhalb der Traufe des Hauptdaches an die Fassade an, es gibt keine konstruktive Verbindung mit dem Hauptdach. Nach den Berichten in Heimatkalendern, Ortschroniken und ähnlichen Publikationen sind die kleinen Eingangslauben seit dem späten 19.Jahrhundert in Brandenburg bezeugt. Werner Radig (siehe unten) vermutet in ihnen die Nachfolger der stattlichen traufseitig in das Hauptdach einbindenden Vorlauben der Gasthöfe des 18.Jahrhunderts. Wahrscheinlicher ist wohl eine architekturgeschichtliche Verbindung zu städtischen Moden wie der Gartenlaubenarchitektur der Gründerzeit (die wiederum ihre Wurzeln in der barocken französischen Treillagenarchitektur hat; weitere Informationen dazu siehe hier: ). Wohl keine der ursprünglichen Eingangslauben ist heute noch erhalten, die meisten waren verfallen und wurden ersetzt, häufig durch massive geschlossene Eingangsvorbauten. Bei Volkmar Schnöke (siehe unten) findet man viele Bildbeispiele noch im Zustand der 1990er Jahre. Seit dieser Zeit werden sie zunehmend restauriert oder als Kopie wiederhergestellt in traditioneller handwerklicher Ausführung aus Holz nach alten Fotografien oder Zeichnungen. Eine brandenburgische Tradition lebt wieder auf.





Zeitraum ca. 1840 - 1910

Massivbau mit Putzfassade
Mauerwerksbauten mit Fassadengestaltung vollständig als Putzfassade oder Putz-Stuck-Fassade, Sockelmauerwerk ebenfalls verputzt, selten aus Naturstein-Sichtmauerwerk oder aus Ziegel-Naturstein-Sichtmauerwerk. Bei kleinen Wohngebäuden bleibt die Entwicklung aus dem einfachen oder erweiterten Doppelstubenhaus weiterhin erkennbar, besonders bei zweigeschossigen Großbauernhäusern verliert sich diese Herkunft jedoch. Nur äußerst selten wurden noch Giebelflurhäuser massiv mit Putzfassade neu errichtet, meist (wenn überhaupt) wurde den alten giebelständigen Fachwerkbauten nur eine neue Massivfassade vorgebaut.

Spätklassizistische Fassadengestaltung mit sparsam vor Ort angetragenem Stuck
Zu Beginn dieses Zeitraums wurden verputzte Wandflächen (Basisflächen) häufig in klassizistischer Tradition mit Putzquaderungen als Ritzquaderung ausgeführt, wohl auch im Geist der preußischen Landbauschule und in Folge der unter dem Geheimen Oberbaurat David Gilly (1748-1808) propagierten Gestaltung, beispielhaft dargestellt z.B. im berühmten "Paretzer Skizzenbuch" (siehe unten). Später kamen dezente profilierte Tür- und Fensterrahmungen hinzu, bestehend aus vor Ort angetragenem Kalkputz oder Stuckputz, die Eingangsbereiche teilweise schon portalartig als Ädikula gestaltet mit kannelierten Pilastern, Gebälk und Dreiecksgiebel.

Prunkfassaden der Historismus
Danach entstanden nur selten noch spätklassizistische Putzfassaden mit sparsam vor Ort angetragenem Stuck und dezenter Ritzquaderung, stattdessen jetzt häufiger mehr oder weniger stark profilierte Flachrustika-Quaderungen als Flächen- oder Eckquaderungen, die bereits aufwendig mit dem Grundmauerwerk angelegt werden mussten, sowie Einsatz von Montageelementen aus Stuckgips und/oder Zementguss in Verbindung mit vor Ort angetragenem Stuck z.B. für Gesimse oder Fensterprofile. Erst gegen Ende der Entwicklung ab etwa 1905 ist wieder ein Rückgang zu dezenteren (teils floralen) Stuckarbeiten in Flachrelief zu verzeichnen, meist als Schablonen-Pressstuck vor Ort angetragen, auch mit Zementmörtel. Montagestuckelemente aus Stuckgips und/oder Zementguss sind als vorgefertigte Katalogware verfügbar in allen Stilrichtungen als Versandware im gesamten Deutschen Reich, im brandenburgischen ländlichen Raum bis zuletzt weit überwiegend Neorenaissance. Der Eingangsbereich wird häufig risalitartig betont mit portalartiger Eingangsgestaltung, teils mit Verdachung auf Pilastern oder mit Gebälk und Dreiecksgiebel; Fenster mit Verdachung auf Konsolen oder als Ädikulafenster mit Pilastern, Gebälk und Dreiecks- oder Segmentbogengiebel.

Zunehmend findet eine Einwanderung von städtischen Architekturelementen in kleinstädtische und ländliche Bereiche statt, zuerst wohl im Umfeld der Großstädte, verstärkt durch die Verbreitung von Baufachbüchern, Musterkatalogen und überregionalen Materialangeboten sowie die räumliche und berufsrechtliche Gewerbefreiheit. Auch die Stuckfassaden werden häufig wie die Ziegelfassaden den Gebäuden wie eine Kulisse vorgesetzt / aufgesetzt, während die Giebelseiten nur einen einfachen Glattputz erhalten oder sogar als einfaches Sichtziegelmauerwerk unverputzt bleiben. Zumindest größere Wohngebäude sind meist voll unterkellert, Sockelmauerwerk verputzt oder als Ziegel-Naturstein-Sichtmauerwerk ausgeführt. Im Zeitraum um 1880-1900 werden zunehmend Dachkonstruktionen mit hohem Drempel und flacher geneigten Dachflächen errichtet, diese häufig gedeckt mit Schieferdeckung als Rechteck-Doppeldeckung ("Englische Deckung", siehe oben). Bei steiler geneigten Dachflächen erscheinen die berühmten Doppelmulden-Falzziegel (1881 erfunden von Wilhelm Ludowici), naturfarben, engobiert oder besonders gern glasiert. Biberschwanz-Dachziegel bleiben durchgängig über alle Bau- und Stilphasen in Brandenburg im Einsatz, Hohlpfannen dagegen verschwinden auch von den Dächern der Wirtschafts- und Nebengebäude.














Zeitraum ca. 1880 - 1910

Massivbau mit Putzfassade und übergiebeltem Risalit oder Zwerchgiebel / Zwerchhaus
Zu dieser Gruppe gehören Mauerwerksbauten mit Putz-Stuck-Fassade, bautechnische Ausführung und gestalterische Entwicklung wie oben beschrieben, hier jedoch mit besonderer Betonung der Fassadenmitte durch übergiebelte Risalite oder Zwerchgiebel bzw. Zwerchhäuser jeweils über dem risalitartig betonten mittigen Fassadenteil. Die letzten Gebäude dieser Art entstanden bis etwa zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Ausgeführt wurden diese Wohngebäude nur selten noch mit den spätklassizistischen Putzfassaden mit sparsam vor Ort angetragenem Stuck, meist erfolgte der Einsatz von Montageelementen aus Stuckgips und/oder Zementguss als vorgefertigte Katalogware. Ab etwa 1905 ging die Entwicklung wieder zurück zu dezenteren (teils floralen) Stuckarbeiten in Flachrelief, meist als Schablonen-Pressstuck vor Ort angetragen.









Zeitraum ca. 1920 - 1950

Siedlerhaus mit Putzfassade oder Ziegelsichtmauerwerk, Wohngebäude im "Heimatstil"
Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden unter anderem auch im ländlichen Umfeld Siedlerhäuser als Einzel- oder Doppelhäuser, teilweise mit kleinem Stallteil oder Wirtschaftsteil und zugehörigem Garten für Handwerker und Arbeiter in schlichter, aber handwerklich solider Ausführung, teilweise auch mit bescheidenen Zierelementen. Das Reichsheimstättengesetz von 1920 lieferte zusätzlich die Rechtsgrundlage für eine sozial gebundene Wohnungsversorgung; Kriegsteilnehmer, insbesondere Kriegsgeschädigte, sowie Witwen der im Krieg Gefallenen und kinderreiche Familien waren bei der Vergabe der Heimstätten (Grundstücke, die aus einem Einfamilienhaus mit Nutzgarten bestehen) durch die Gemeinden vorzugsweise zu berücksichtigen. Die Häuser wurden meist mit Putzfassaden in Kombination mit Sockelmauerwerk aus Klinkern oder (seltener) Naturstein ausgeführt, Sichtmauerwerk aus Klinkern oder Hartbrandziegeln sehr häufig im "Märkischen Verband", eine Mode der Zeit nicht nur in Brandenburg und Berlin (weitere Informationen dazu siehe hier: ). Insgesamt tauchen diese Gebäude in den Dörfern jedoch nur selten auf.

Bodenreformhaus, Neubauernhaus
Bodenreformhäuser, Neubauernhäuser, "Umsiedlerhäuser" (verharmlosende Umschreibung für Vertriebene) wurden auf enteigneten Ländereien von Großgrundbesitzern (sogenannte "Bauerngüter" ab 100 ha) und Adel errichtet. Gutshäuser wurden teilweise zerstört zur Baustoffgewinnung für das Bodenreformprogramm, sofern diese Gebäude nicht zur (zeitweiligen) Unterbringung von Flüchtlingen, kriegsbedingt Wohnungslosen oder als Schulen und Kindergärten benötigt wurden oder ein übergeordneter Denkmalwert schon damals anerkannt war. Errichtet wurden kleine typisierte Gebäude in einfachster Ausführung als Fachwerk- oder unverputzte Massivbauten zur Nutzung als reine Wohngebäude oder als Wohn-Stall-Gebäude bzw. Wohnwirtschaftsgebäude. Neubauernhäuser im ursprünglichen Zustand existieren heute nicht mehr, sie wurden inzwischen alle renoviert und modernisiert oder abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Die ehemaligen Bodenreformsiedlungen erkennt man aber noch im Ortsbild meist im Randbereich der Dörfer an gleichmäßigen Hausreihen und Gebäudestellungen sowie den großen Hausabständen von etwa 50 Metern. Ein Bodenreformgrundstück hatte ca. 2.500 m² (1 Morgen) für Hof- und Gartenland.






Literaturverzeichnis

Aus dem kaum noch überschaubaren analogen und digitalen Angebot nachfolgend einige interessante Literaturhinweise auch zum zeitgeschichtlichen, sozialgeschichtlichen, baukulturellen, handwerklichen und ingenieurtechnischen Hintergrund, informativ und überwiegend gut lesbar auch für baufachliche Laien, als Anregung zur weiteren Vertiefung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste wird fortgesetzt, sachdienliche Hinweise auf aktuelle Publikationen (auch thematisch passende Dissertationen) werden gern entgegengenommen und hier veröffentlicht, Kontaktdaten siehe unten:

Achilles, Walter: Deutsche Agrargeschichte im Zeitalter der Reformen und der Industrialisierung. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1993

Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Compagnie, Leipzig 1793-1801. Neuausgabe auf DVD von Directmedia Publishing GmbH, Digitale Bibliothek Band 40, Berlin 2001.

Ahnert, Rudolf und Krause, Karl Heinz unter Mitarbeit von Ernst Maier und Willi Mönck: Typische Baukonstruktionen von 1860 bis 1960 zur Beurteilung der vorhandenen Bausubstanz, Band 1: Gründungen, Wände, Decken, Dachtragwerke; Verlag für Bauwesen / Bauverlag, Wiesbaden und Berlin 1991 (insgesamt 2 Bände, neu in 3 Bänden 2001)

Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten von 1794. Textausgabe. Mit einer Einführung von Hans Hattenhauer und einer Bibliographie von Günther Bernert. Alfred Metzner Verlag, Frankfurt am Main / Berlin 1970; insgesamt ca. 19.000 Paragraphen auf 728 Seiten

Ambrosius, Sabine: Hausbau im Weberviertel Potsdam-Nowawes. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 17, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2008; Seiten 64-78

Baier, Christof: Bürgerhäuser in Templin und Zehdenick. Die Theorie vom bürgerlichen Wohnhaus und die Praxis des provinzialstädtischen Bürgerhausbaus in Brandenburg-Preußen im 18.Jahrhundert. Dissertation 2005, Humboldt-Universität Berlin. (Interessant hinsichtlich Vergleichbarkeit ländlicher und kleinstädtischer Fachwerk-Wohngebäude in Grundriss und Aufriss.)

Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald. Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im 20.Jahrhundert. Schriften des Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994

Bauernhofaufmaße Brandenburg. Herausgegeben vom Landesamt für Baupflege im Landschaftsverband Westfalen-Lippe unter Leitung von Karl Brunne, Münster 1964. Heft 6 der Reihe "Bauernhofaufmaße" für den "Arbeitskreis für deutsche Hausforschung" mit Zeichnungen um 1964 nach Aufmaßunterlagen von 1936-1940; erfasst wurden 27 Gehöfte und Einzelbauten im Gebiet der alten Provinz Brandenburg.

Baumgarten, Karl: Das deutsche Bauernhaus. Eine Einführung in seine Geschichte vom 9. bis zum 19.Jahrhundert. Akademie-Verlag Berlin 1980

Baumgarten, Karl: Einige Bemerkungen zur Entwicklung des Ackerbürgerhauses in Mecklenburg. Enthalten in: Vom Bauen und Wohnen ... (siehe unten), Akademie-Verlag, Berlin 1982; Seiten 150-158 (zur Frage des Einwanderns von Bauernhäusern in die kleinen Ackerbürgerstädte)

Beelitz, Wolfgang: Das "Spiekerhus" als Sonderform des märkischen Mittelflurhauses. Enthalten in: Die Mark Brandenburg. Heft 14, Lucie Großer Verlag, Berlin 1994

Bender, Willi F.: Lexikon der Ziegel. Vom Aal-Deckenziegel bis zum Zwischenwandziegel in Wort und Bild; Bauverlag, Wiesbaden und Berlin 1995 (zweite Auflage); digital im Internet zum Nachschlagen zu finden unter Dachziegelarchiv.de

Bender, Willi und Schrader, Mila: Dachziegel als historisches Baumaterial. Ein Materialleitfaden und Ratgeber. Edition :anderweit, Suderburg-Hösseringen 1999

Benke, Carsten: Die Ziegelindustrie in Brandenburg im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Auswirkungen ländlicher Industrialisierung am Beispiel der Ziegeleiregion um Zehdenick. Magisterarbeit TU Berlin 1998

Benke, Carsten: Zehdenick und die Ziegelindustrie. Industrialisierung und Stadtentwicklung in einer märkischen Kleinstadt. Enthalten in: Klaus Neitmann (Hrsg.): Das brandenburgische Städtewesen im Übergang zur Moderne. Stadtbürgertum, kommunale Selbstverwaltung und Standortfaktoren vom preußischen Absolutismus bis zur Weimarer Republik. Berlin Verlag Arno Spitz GmbH 2001; ab Seite 213

Blöß, Wolfgang: "Plattes Land": Gutsbezirk und Landgemeinde. Herrschaft und Selbstbestimmung auf dem Lande. Vortrag auf dem 13. Tag der brandenburgischen Orts- und Landesgeschichte am 22.10.2017. Als PDF zu finden auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Bode, Udo: Märkische Ziegel im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Enthalten in: Ernst Badstübner / Dirk Schumann (Herausgeber): Backsteintechnologien in Mittelalter und Neuzeit. Studien zur Backsteinarchitektur, Band 4; Lukas Verlag, Berlin 2003; ab Seite 347

Bode, Udo: Mauer- und Gewölbekonstruktionen in der Mark Brandenburg während des 18. und frühen 19.Jahrhunderts. Dissertation, TU Braunschweig 2002 (als PDF zu finden unter https://publikationsserver.tu-braunschweig.de)

Bohle-Heintzenberg, Sabine: Architektur und Schönheit. Die Schinkelschule in Berlin und Brandenburg. Mit Fotografien von Manfred Hamm. :Transit Buchverlag, Berlin 1997

Brandenburgisch-preußische territoriale Entwicklung zwischen 1347 und 1948 in 11 Karten dargestellt, knapp und gut vergleichbar mit Angaben zu den jeweiligen Gebietsveränderungen, zu finden auf der Website des "Haus der Bayerischen Geschichte" unter http://www.hdbg.de/bup/g/g01.htm und folgende Seiten.

Brandenburgische Denkmalpflege. Herausgegeben vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Periodikum seit 1992 mit zwei Ausgaben im Jahr; Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1992-2013, Geymüller Verlag für Architektur, Aachen seit 2015

Das Bauernhaus im Deutschen Reiche und in seinen Grenzgebieten. Herausgegeben vom Verbande Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine. Mit historisch-geographischer Einleitung von Dietrich Schäfer. Verlag von Gerhard Kühtmann, Dresden 1906. Teil 1: Textband mit 548 Abbildungen, Teil 2: Atlas mit 120 Foliotafeln.

Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Neu bearbeitet von Gerhard Vinken und anderen. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2000; Neuauflage 2012

Denkmale in Brandenburg (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms ab 1994; verschiedene Autoren bzw. Autorengruppen. Bis einschließlich 2020 sind 14 Bände erschienen.

Der Praktische Zimmermann. Eine praktische Anleitung zur Anfertigung und Kalkulation sämtlicher Zimmermannsarbeiten ... Autorengruppe, herausgegeben von J. Promnitz. Mit 989 Textfiguren ... Verlag von J. J. Arnd, Leipzig 1905; besonders zu den Pfettendach-Konstruktionen mit Drempel in der Zeit des Historismus ab Seite 224

Deutsche Bauzeitung. Wochenblatt, herausgegeben von Mitgliedern des Architekten-Vereins zu Berlin. Jahrgang 2 (1868), Nr.4, 6 und 9. Kommissionsverlag, Buchhandlung und Expedition von Carl Beelitz, Berlin, Oranien-Str.75 (zum Thema Baugewerkschulen)

Die Bau-Polizei des Preußischen Staates; eine systematisch geordnete Sammlung aller auf dasselbe Bezug habenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere der ... Verordnungen und Reskripte, in ihrem organischen Zusammenhange mit der früheren Gesetzgebung ... dargestellt von Ludwig von Rönne und Heinrich Simon. Enthalten in: Die Verfassung und Verwaltung des Preußischen Staates ... Sechster Theil. Das Polizeiwesen. Vierter Band. Das Bau- und Wegewesen des Preußischen Staates. Erste Abtheilung. Die Bau-Polizei. Breslau, bei Georg Philipp Aderholz, 1846. (digitalisiert von Google)

Die Mark Brandenburg. Zeitschrift für die Mark und das Land Brandenburg. Themenhefte zur Bau- und Kulturgeschichte, Lucie (jetzt Marika) Großer Verlag, Berlin ab 1991; pro Jahrgang erscheinen 4 Ausgaben

Ehrenberg, Carl Ferdinand von: Baulexikon. Erklärung der im gesammten Bauwesen am häufigsten vorkommenden technischen- und Kunstausdrücke. Für Baumeister, Künstler, Ingenieure, Bauhandwerker, Mühlenbauer, Bauunternehmer, Feldmesser, ... Mit 10 lithographirten Tafeln. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer, Frankfurt am Main 1840. Zweite Auflage 1843 postum, fortgesetzt von Eduard Knoblauch und L. Hoffmann, Stadtbaumeister in Berlin.

Ellenberg, Heinz: Bauernhaus und Landschaft in ökologischer und historischer Sicht. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1990

Enders, Lieselott: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band 56. Zweite unveränderte Auflage, Berliner Wissenschafts-Verlag 2008

Enders, Lieselott: Die Prignitz. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert. Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2000

Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18.Jahrhundert. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992

Erbs, Karl (Hrsg.): Neubauernsiedlung und Wiederaufbau des Landes. Merkblätter für die Gesamt- und Einzelplanung von Neubauernsiedlungen und Handwerkerstellen. Autorengruppe in Verbindung mit dem Referat für ländliches Bauwesen / Amt für Planung und Wiederaufbau der Landesverwaltung Brandenburg. Verlag Der Bauhelfer, Berlin 1947 (Bauhelfer-Sonderheft). Mit Handzeichnungen für sämtliche Baudetails (Siedlung, Hofanlagen, Gebäude, Ausstattung, Nebenanlagen) auf 81 Plantafeln.

Fischer, Peter: Die Veränderungen der Haus-, Hof- und Siedlungsformen in der nordwestlichen Altmark während des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus. Enthalten in: Vom Bauen und Wohnen ... (siehe unten), Akademie-Verlag, Berlin 1982; Seiten 206-222

Geformt Getrocknet Gebrannt. Märkische Ziegel für Berlin. Katalog zur Ausstellung Karl-Ludwig Lange. Schriftenreihe des Ofen- und Keramikmuseums Velten (Baustein 3), Velten 1996

Gilly, David: Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen.
- Erster Theil. Mit 26 illuminirten Kupfertafeln. Berlin 1797, bei Friedrich Vieweg dem älteren.
- Zweiter Theil. Mit 23 illuminirten Kupfertafeln. Berlin 1798, bei Friedrich Vieweg dem älteren.
- Dritter Theil. Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst. Herausgegeben von D. G. Friderici. Mit illuminirten Kupfern.
- Halle 1811. Im Verlage der Rengerschen Buchhandlung.
Das berühmteste Werk, das jemals über sämtliche Aspekte des ländlichen Bauens in Brandenburg-Preußen verfasst wurde, bekannt, genutzt und zitiert in allen deutschen Staaten, mit vielen Nachauflagen; insgesamt ca. 1.270 Seiten.

Gilly, David: Handbuch der Land-Bau-Kunst vorzüglich in Rücksicht auf die Konstruktion der Wohn- und Wirtschaftsgebäude für angehende Kameral-Baumeister und Oekonomen, nach zeitgemäßen Anforderungen neu bearbeitet von Ferdinand Triest. In drei Bänden, mit Kupfertafeln. Fünfte Auflage, Verlag von Friedrich Vieweg, Braunschweig 1831

Gramlich, Sybille: Freileben. Das Neubauerndorf ‒ Ein hoffnungsvoller Neubeginn. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 4, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1995; Seiten 129-137

Großmann, Friedrich: Über die gutsherrlich-bäuerlichen Rechtsverhältnisse in der Mark Brandenburg vom 16. bis 18. Jahrhundert. Verlag von Duncker & Humblot, Leipzig 1890

Hartwig, Horst: Ziegelstempel und Ziegeleigeschichte für die Region Brandenburg-Berlin unter www.horsthartwig.de Hervorragende Website mit vielen Detailfotos in bester Qualität und umfangreichen Textdokumenten zu Ziegeleigeschichte und Ziegelproduktion von Horst Hartwig (Berlin) unter Mitarbeit von Heike Brett (Rathenow) sowie Ziegelfreunden aus verschiedenen Regionen Brandenburgs - sehr empfehlenswert.

Hübsch, Heinrich: In welchem Style sollen wir bauen? Mit zwei Kupfertafeln. Verlag der Chr. Fr. Müller'schen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerey, Karlsruhe 1828

Issel, Hans: Illustriertes Handlexikon der gebräuchlichen Baustoffe. Verlag von Theodor Thomas, Leipzig 1902. Reprint der Originalausgabe durch Reprint-Verlag Leipzig / Holzminden 1999

Jung, Karin Carmen: Die böhmische Weberkolonie Nowawes 1751-1767 in Potsdam-Babelsberg. Bauliche und städtebauliche Entwicklung. Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1997

Kaak, Heinrich: Geschichte des Dorfes in Brandenburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2010; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Kaak, Heinrich: Die brandenburgische Ortsgeschichte in Personen, Familien und ländlichen Schauplätzen. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2011; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF zu finden auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Kehrl, Konrad: Das Dorf Schlalach (Kreis Zauch-Belzig), seine Büdner und ihre landwirtschaftlichen Verhältnisse. Staats- und sozialwissenschaftliche Forschungen, Heft 134. Verlag von Duncker & Humblot, Leipzig 1908. Eine sehr gute Untersuchung zur Entwicklung eines Dorfes und seiner Hofstrukturen vor und nach der Separation, gegründet als deutsches Kolonisationsdorf unter Albrecht dem Bär als echtes (und damit vergleichsweise seltenes) Straßenangerdorf; mit Flurkarten, Hofstellenkarten, usw.

Kiefer, Franz Hermann: Schinkel und die Industrialisierung Preußens. Dissertation 2004 an der Philipps-Universität Marburg. Behandelt werden u.a.: Schinkel und die industrielle Erzeugung von Baumaterialien und ihre Verwendung in Preußen; sowie: Das Revival des Backsteins durch Schinkel.

Königliche Preußische Feuer-Ordnung, welcher in denen Königl. Residentzien Berlin und Vorstädten von Jederman aufs allergenaueste nachgelebet werden soll. Nebst Anhang ... Anno 1727. Digital unter http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/

Krüger, Rolf-Herbert: Das Bauwesen in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert. Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band 74. Berliner Wissenschafts-Verlag 2019

Küttner, Irmelin: Dörfliche Denkmalpflege in der DDR. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 18, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2009; Seiten 68-80

Küttner, Irmelin: Friderizianische Kolonistendörfer in der Mark Brandenburg. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 1, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1992; Seiten 33-50

Küttner, Irmelin: Siedlungspolitik und Landeskultur in Brandenburg-Preußen 1648-1871. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 10, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2001; Seiten 4-18

Küttner, Irmelin: Dörfer zwischen Tradition und Erneuerung. Dorfentwicklung im Wandel der dreißiger bis zu den fünfziger Jahren. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 4, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1995

Landeskunde der Provinz Brandenburg in fünf Bänden, herausgegeben von Ernst Friedel und Robert Mielke. Verlag Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1909-1916. Band 3, Volkskunde, 1912, enthält: Robert Mielke: Äußere Volkskunde (Siedlungen, Haus- und Hofformen, Giebelzeichen, Hausinschriften, Wohnungen, usw.). Digitalisiert unter https://digital.ub.uni-potsdam.de/

Laudel, Katja: Ländliches Bauen im Land Jüterbog. Enthalten in: Marie-Luise Buchinger und Marcus Cante: Denkmale in Brandenburg (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland), Landkreis Teltow-Fläming, Teil 1, Stadt Jüterbog mit Kloster Zinna und Gemeinde Niedergörsdorf. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2000; ab Seite 39

Laudel, Katja: Bäuerliches Bauen um 1700. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 18, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2009; Seiten 5-24

Laudel, Katja: Typenbegriffe in der ländlichen Hausforschung Brandenburgs. Untersuchungsergebnisse aus dem Oderbruch. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 12, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2003; Seiten 96-103

Laudel, Katja: Der Typenwandel des ländlichen Wohnhauses im Oderbruch zwischen 1753 und 1850 (Dissertation 2004, Bauhaus-Universität Weimar). Die bis heute beste und sorgfältigste Abhandlung über die Entwicklung der friderizianischen Kolonisten-Fachwerkbauten und ihre Nachfolger in Brandenburg. Die Publikation liegt als PDF vor und kann mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Katja Laudel direkt hier über den folgenden Link heruntergeladen werden:

Laudel, Katja: Feuerherd, Kamin und Ofen. Kochstellen im brandenburgischen Bauernhaus des 17. und 18.Jahrhunderts. Enthalten in: Mitteilungen der DGAMN, Band 19 (2007): Küche – Kochen – Ernährung. Archäologie, Bauforschung, Naturwissenschaften; Tagung Schwäbisch Hall, 6. bis 8.April 2006, Seiten 137-146

Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften in 8 Bänden und 2 Ergänzungsbänden. Herausgegeben von Otto Lueger. Zweite Auflage, Stuttgart 1904-1920. Neuausgabe auf DVD von Directmedia Publishing GmbH, Digitale Bibliothek Band 116, Berlin 2005

Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrielle Formgestaltung, Kunsttheorie. Neubearbeitung. Begründet von Gerhard Strauß, herausgegeben von Harald Olbrich. 7 Bände. Leipzig: E. A. Seemann Verlag, 1987-1994. Neuausgabe auf DVD von Directmedia Publishing GmbH, Digitale Bibliothek Band 43, Berlin 2001

Märkischer Landbau. David Gilly, Johann Friedrich Colberg und andere. Die Mark Brandenburg. Heft 69, Marika Großer Verlag, Berlin 2008. Themenheft mit Beiträgen von Uwe Michas, Hans-Jürgen Rach, Marcel Piethe, Karl Friedrich Hinkelmann und Jan Feustel.

Mascher, Heinrich Anton: Die Grundsteuer-Regelung in Preußen auf Grund der Gesetze vom 21. Mai 1861. Dargestellt nach Geographie, Geschichte, Statistik und Recht. Verlag von Eduard Döring, Potsdam 1862 (https://reader.digitale-sammlungen.de/)

Materna, Ingo und Ribbe, Wolfgang: Geschichte in Daten – Brandenburg. In Verbindung mit Rosemarie Baudisch, Harald Engler, Bärbel Holtz und Detlef Kotsch. Verlag Koehler & Amelang, München / Berlin 1995

Matthaeij, Carl Ludwig: Der vollkommene Dachdecker. Unterricht in allen bis jetzt bekannten vorzüglichst anwendbaren und mit unsern Dachconstruktionen und Bauverordnungen vereinbaren Dachdeckungsarten. ... Mit 34 lithographirten Tafeln. Druck, Verlag und Lithographie von B. Fr. Voigt, Ilmenau 1833

Maxdorf in der Altmark. Lebensbild eines Rundlingsdorfes von den Anfängen bis in die Neuzeit. Autorengruppe; herausgegeben von den Museen des Altmarkkreises Salzwedel / Freilichtmuseum Diesdorf. Dr. Ziethen Verlag Oschersleben 2006. Unter anderem: Wolfgang Meibeyer: Maxdorf, ein altmärkischer Rundling; Peter Fischer: Die Hauslandschaft der Altmark ‒ ein Überblick; Rainer Korte: Die Konstruktion der Gebäude des Hofes Bierstedt in Maxdorf.

Meinert, Friedrich: Die landwirthschaftliche Bauwissenschaft. Erster Theil mit 8 Kupfertafeln, Hemmerde und Schwetschke, Halle 1796; Zweiter Theil mit 9 Kupfertafeln 1797. (Digitalisiert durch die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt)

Menzel, Carl August: Der praktische Maurer. Handbuch für Maurermeister, Gesellen und Lehrlinge. Zugleich ein Leitfaden für Maurergesellen .... Mit 14 Tafeln Abbildungen. C. A. Kümmel / G. C. Knapp, Halle 1847; Seite 259: Schornsteine (Rauchröhren)

Menzel, Carl August: Der Praktische Maurer (Maurer- und Steinmetzarbeiten). Ein Hand- und Nachschlagebuch aus der Praxis für die Praxis. Herausgebergruppe. Mit 583 Textabbildungen ... Verlag von J. J. Arnd, Leipzig 1902. Die erste Ausgabe von C. A. Menzel (1794-1853, preußischer Bauinspektor) erschien 1847 (siehe oben), nach seinem Tod folgten unzählige erweiterte und neu illustrierte Nachauflagen unter verschiedenen Herausgebern bis um 1910, zeitweise unter dem Titel "Der Steinbau".

Meyer, Helmut: Geschichte der Leiter der preußischen Katasterämter. Syke 2012 (Eigenpublikation als PDF im Internet)

Mielke, Robert: Die Ausbreitung des sächsischen Bauernhauses in der Mark Brandenburg. Enthalten in: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. Band 84 Nr.1 Seite 3, Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1903 (Hinweis: Gemeint ist das niedersächsische bzw. niederdeutsche Bauernhaus)

Möllinger, Karl: Die Baugewerkschule in ihrer Tendenz und Organisation als Lehranstalt zur Ausbildung von Bauhandwerksmeistern. Für Architekten, Bau-, Maurer- und Zimmermeister, Lehrer an Bau-, Gewerbe-, Real- und Sonntagsschulen, Schulmänner und Schulfreunde, sowie für die Mitglieder der Meisterprüfungscommissionen. G. C. Knapps Verlag, Halle 1868

Mohr de Pérez, Rita: Die Oberbaudeputation. Eine Etappe auf dem Weg zur staatlichen Denkmalpflege in Brandenburg-Preußen. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 10, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2001; Seiten 19-25

Mohr de Pérez, Rita: Die Anfänge der staatlichen Denkmalpflege in Preußen. Ermittlung und Erhaltung "alterthümlicher Merkwürdigkeiten". Wernersche Verlagsgesellschaft Worms 2001

Mothes, Oscar: Illustriertes Baulexikon in 4 Bänden. Praktisches Hilfs- und Nachschlagebuch ... Herausgegeben von Oscar Mothes. Verlag und Druck von Otto Spamer, Leipzig und Berlin 1881-1884; Nachdruck durch Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Waltrop und Leipzig 1998

Müller, Konrad Jörg: Ziegelarchitektur in Brandenburg. Steinreiche Dörfer. Eine Bestandsaufnahme mit 731 Farbabbildungen. Brandenburgisches Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Potsdam 2009

Nehrig, Christel: Bodenreform und Eigentumsfragen im Zusammenhang mit Denkmalen auf dem Lande. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 4, Heft 1, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1995; Seiten 103-111

Otto, Fr. Jul.: Lehrbuch der rationellen Praxis der landwirthschaftlichen Gewerbe. ... Zum Gebrauche bei Vorlesungen über die landwirthschaftlichen Gewerbe und zum Selbstunterrichte für Landwirthe, Techniker und Cameralisten. Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1840; ab Seite 455: Das Kalk- und Gypsbrennen; ab Seite 481: Die Ziegelfabrikation

Petersen, Carl: Die Geschichte des Kreises Beeskow-Storkow. Im Selbstverlage des Kreises Beeskow-Storkow, Auslieferung Landratsamt zu Beeskow (Mark), 1922. Ab Seite 372: Das platte Land.

Pierer's Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart ... in 19 Bänden. Altenburg, Verlagsbuchhandlung von H. A. Pierer, Vierte Auflage 1857-1865. Ausgabe auf DVD von Directmedia, Digitale Bibliothek Band 115, Berlin 2005. Interessant zu diversen zeitgenössischen Bezeichnungen, z.B. "Versenktes Gebälke" (= Senkbalkenlage), "Stöckelwand" (= Drempelwand), usw.

Plümpe, Theodor: Die westfälische Schieferindustrie. Volkswirtschaftliche und wirtschaftsgeschichtliche Abhandlungen, Dritte Folge, Heft 13. Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1917 (Hinweis: Westfalen war seit 1816 preußische Provinz)

Potgeter, Wilko: Bautechnik des Berliner Backstein-Rohbaus von Schinkel bis Blankenstein. Enthalten in: INSITU, Zeitschrift für Architekturgeschichte, Heft 1/2020, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms; Seiten 131-149

Preußische Rechtsquellen Digital, Zusammenstellung preußischer Gesetze von 1298-1810, Staatsbibliothek Berlin / Stiftung Preußischer Kulturbesitz; hervorragend in der Qualität, leider etwas kompliziert in der Handhabung, zu finden unter
https://web-archiv.staatsbibliothek-berlin.de/altedrucke.staatsbibliothek-berlin.de/Rechtsquellen/
Polizei-, Feuer-, Brunnen- und Bausachen zwischen 1540 und 1736 findet man z.B. (Stand 30.3.2021) unter
https://web-archiv.staatsbibliothek-berlin.de/altedrucke.staatsbibliothek-berlin.de/Rechtsquellen/CCMT51/intro.html?size=1.25

Puls, Uta und Puls, Klaus: Laubenhäuser im Oder-Weichsel-Gebiet. Märkische Akademie ländlicher Raum e.V., 1999

Puls, Uta und Puls, Klaus: Robert Mielke. Engagement für Brandenburgs Dörfer. Enthalten in: Die Mark Brandenburg. Heft 31, Lucie Großer Edition, Marika Großer Verlag, Berlin 1998; Seiten 28-33

Rach, Hans-Jürgen: Bauen und Wohnen der werktätigen Dorfbevölkerung im 19. Jahrhundert, dargestellt am Beispiel der Magdeburger Börde. Enthalten in: Vom Bauen und Wohnen ... (siehe unten), Akademie-Verlag, Berlin 1982; Seiten 181-199 (Hinweis: Die Magdeburger Börde gehörte zum Königreich Preußen bzw. seit 1816 zur preußischen Provinz Sachsen)

Rach, Hans-Jürgen: Die Dörfer in Berlin. Ein Handbuch der ehemaligen Landgemeinden im Stadtgebiet von Berlin. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1990

Rach, Hans-Jürgen: Leben auf dem platten Lande. Eine Einführung in die Geschichte von Bauen, Wohnen und Wirtschaften in den Dörfern Nordostbrandenburgs. Zwei Bände, Teil 1: 1648-1871, Teil 2: 1871-2000. Unter Mitarbeit von Angelika Griebenow und Peter Natuschke. Herausgeber: Brandenburgisches Freilichtmuseum Altranft 2005 / 2006

Rach, Hans-Jürgen: Fachwerkbauten in der Mark Brandenburg. Enthalten in: Fachwerkbauten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen. Verlag für Bauwesen, Berlin / München 1992; ab Seite 49

Radig, Werner: Die Oberlauben an Stallgebäuden in Brandenburg. Enthalten in: Vom Bauen und Wohnen ... (siehe unten), Akademie-Verlag, Berlin 1982; Seiten 61-81

Radig, Werner: Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet. Akademie-Verlag, Berlin 1966

Rennebarth, Rosalinde: Kranepuhl im Fläming. Beiträge zur Geschichte. Gemeinde Kranepuhl (Herausgeber), Elbe Druckerei Wittenberg 2000. Darin ab Seite 151: Die dörfliche Bauweise; Das traditionelle Bauernhaus in Kranepuhl (von Wolfgang Beelitz, besonders zum Thema Giebelspeicherhaus); Die Geschichte der Häuser und Gehöfte.

Rönne, Ludwig von: Die Bau-Polizei des Preußischen Staates; eine systematisch geordnete Sammlung aller auf dieselbe Bezug habenden gesetzlichen Bestimmungen, ... Zweite verbesserte und vermehrte Ausgabe. Breslau, bei Georg Philipp Aderholz, 1854. (Digitalisiert unter https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de)

Roggan, Alfred: Die Blockhausformen des Burger Spreewalds zwischen 1750 und 1850, ihre Typik und ihre Sonderformen. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 18, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2009; Seiten 25-52

Schendel, Adelheid: Veränderungen traditioneller Bauformen durch obrigkeitliche Einflüsse in Brandenburg um 1800. Enthalten in: Vom Bauen und Wohnen ... (siehe unten), Akademie-Verlag, Berlin 1982; Seiten 93-108

Schendel, Adelheid: Landbaukunst in Brandenburg um 1800. Enthalten in: Baukunst in Brandenburg (Autorengruppe). Herausgegeben von der Landesregierung Brandenburg, Potsdam 1992. DuMont Buchverlag, Köln 1992

Schendel, Adelheid (Hrsg.): Paretzer Skizzenbuch. Bilder einer märkischen Residenz um 1800. Herausgegeben von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Deutscher Kunstverlag München Berlin, 2000

Schmelz, Ulrich: 250 Jahre Weberkolonie Nowawes/Babelsberg. Probleme der Ausländerintegration beim Übergang von der gewerblichen zur industriellen Produktion in Brandenburg. Brandenburgische historische Hefte 13, herausgegeben von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung; Potsdam 2000

Schmidt, Klaus Wolfgang: Die Entwicklung der Scheunenarchitektur in Brandenburg und Berlin. Quererschlossene Fachwerkscheunen nach dem 30-jährigen Krieg bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Dissertation, Berlin 2008 (die Publikation liegt als PDF-Datei vor und kann mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Klaus Wolfgang Schmidt direkt hier über den folgenden Link heruntergeladen werden:

Schmidt, Klaus: Die Architekturentwicklung der Fachwerkscheune in Brandenburg und Berlin. Quererschlossene Fachwerkscheunen nach dem Dreißigjährigen Krieg bis Mitte des 19.Jahrhunderts. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 18, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2009; Seiten 53-67

Schnöke, Volkmar: Brandenburger Bauernhöfe. Handbuch für Architekten und Bauherren. Teil 1 bis 1870 in drei Bänden (Teil 2 ab 1870 ist nicht mehr erschienen). Im Eigenverlag Volkmar Schnöke, Berlin 2004

Schrader, Mila: Mauerziegel als historisches Baumaterial. Ein Materialleitfaden und Ratgeber. Edition :anderweit, Suderburg-Hösseringen 1997

Schrader, Mila: Reet & Stroh als historisches Baumaterial. Ein Materialleitfaden und Ratgeber. Edition :anderweit, Suderburg-Hösseringen 1998

Schulte-Frohlinde, Julius / Kratz, Walter / Lindner, Werner: Der Osten. Die landschaftlichen Grundlagen des deutschen Bauschaffens. Architekturbüro der Deutschen Arbeitsfront in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Heimatbund. Callwey-Verlag München, 1940

Schwarz, Ulrike: Zietenhorst, eine Siedlung im Rhinluch. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege, Jahrgang 18, Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 2009; Seiten 81-87 (Siedlung 1937-1942 mit Fachwerk-Wohnstallhäusern für Neubauern)

Sering, Max: Die innere Kolonisation im östlichen Deutschland. Verlag von Duncker & Humblot, Leipzig 1893 (betrifft starke Abwanderungen aus den östlichen ländlichen Räumen um 1860-1890, Gegensteuerung durch planmäßige Ansiedlung, usw.)

Stade, Franz: Die Holzkonstruktionen. Lehrbuch zum Selbstunterrichte. Mit 918 Abbildungen und 16 Tafeln. Verlag von Moritz Schäfer, Leipzig 1904 (besonders zu den Dachkonstruktionen mit Drempel in der Gründerzeit / Historismus etwa 1860-1910)

Stein auf Stein. Ländliches Bauen zwischen 1870 und 1930. Herausgegeben von Geerd Dahms, Giesela Wiese, Rolf Wiese. Schriftenreihe der Museen Kiekeberg, Bad Windsheim, Cloppenburg und Schleswig; Hamburg-Harburg 1999. Mit 22 Beiträgen von verschiedenen Autoren zu kulturellen, gestalterischen und technischen Aspekten des ländlichen Bauens.

Strecke, Reinhart: Anfänge und Innovation der preußischen Bauverwaltung. Von David Gilly zu Karl Friedrich Schinkel. Böhlau Verlag Köln, Weimar, Berlin 2000

Triest, August Ferdinand: Grundsätze zur Anfertigung richtiger Anschläge welche die Landbaukunst in sich begreift. Erster Band. Im Kunst- und Industrie-Comptoir, Berlin 1809

Ulrich, Max: Die Dachdecker-Meister-Prüfung. Ein Ratgeber für die technische und theoretische Dachdecker-Meister-Prüfung. Mit 316 Abbildungen. C. Gasedow's Verlag, Berlin 1907

Vom Bauen und Wohnen. 20 Jahre Arbeitskreis für Haus- und Siedlungsforschung in der DDR. Hrsg. von Hans-Jürgen Rach, unter Mitarbeit von Lotar Balke, Karl Baumgarten und Hermann Wirth. Akademie-Verlag, Berlin 1982. Mit Beiträgen zum ländlichen Bauen von Karl Baumgarten, Werner Radig, Alfred Fiedler, Adelheid Schendel, Bernd Schöne, Hans-Jürgen Rach, Peter Fischer

Welk, Ehm: Die Lebensuhr des Gottlieb Grambauer. Beichte eines einfältigen Herzens. Carl Hinstorff Verlag Rostock 1955. Ein Heimatroman und einer der schönsten Berichte über das dörfliche Leben in Brandenburg zwischen 1847 und 1932, sehr zu empfehlen für stille und besinnliche Stunden.

Woede, Hans: Alte dörfliche Baukultur in Ostpreußen. Broschüre, herausgegeben von der Landsmannschaft Ostpreußen, Abteilung Kultur. Druckerei und Verlag Gerhard Rautenberg, Glückstadt 1980

Ziegel (Mauerziegel) im Reichsformat. Geschichte der Ziegelformate in Brandenburg-Preußen und ihre staatliche Regulierung. Themenseite dieser Website unter http://www.fotografie-architektur.de/stockphoto-galerie-5-z06.html (siehe direkt hier: )
 
 


 
(Dieser Text und die Fotos wurden hier erstmalig veröffentlicht am 26.1.2021, letzte Ergänzungen am 8.4.2021)
 
 
Wenn Sie sich für den Inhalt der Broschüre Dorfentwicklung in Brandenburg (siehe unten) interessieren, dann finden Sie auf den vorangegangenen Webseiten weitere Informationen. Teil 2 der Broschüre Kulturgut im Siedlungsraum sehen Sie auf der ersten Seite (siehe hier: ), die Teile 3 Gebäude und Baugestaltung und 4 Natur und Landschaft folgen auf der zweiten Seite (siehe hier: ). Die Wiedergabe der Texte auf den beiden Webseiten erfolgt mit diversen Ergänzungen, Korrekturen und Aktualisierungen sowie mit zusätzlichen Fotos und Zeichnungen. Wenn Sie sich für die Präsentationsblätter eines Vortrages zum Thema Erhaltung und Gestaltung des Ortsbildes im ländlichen Raum interessieren, dann klicken Sie hier:
 
 

 

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Dorfentwicklung in Brandenburg

Herausgeber:  Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) des Landes Brandenburg, Referat Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Heinrich-Mann-Allee 103, 14473 Potsdam,
Tel.: (0331) 866-7494/-7017, www.brandenburg.de/land/mlur,
in Verbindung mit Märkische Akademie ländlicher Raum e.V., Sitz: Heimvolkshochschule am Seddiner See, Seeweg 2, 14554 Seddiner See, Tel.: (033205) 46516, www.hvhs-seddinersee.de

Konzeption / Gestaltung:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher, Kieler Str.16, 16548 Glienicke/Nordbahn,
Tel.: (033056) 80010, n.rauscher@web.de, www.rauscher-architekt.de, www.fotografie-architektur.de
Inhaltliche Bearbeitung Teil 1: Märkische Akademie ländlicher Raum e.V.
Inhaltliche Bearbeitung Teile 2 bis 6: Dipl.-Architekt Norbert Rauscher

Druck:  Druckerei der Nordbahn gGmbH, Werkstatt für Behinderte Schönfließ, Glienicker Chaussee 6,
16567 Schönfließ, Tel.: (033056) 83832, Unterstützt durch die Europäische Union und die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes"

Potsdam / Seddiner See 2002

Download:  Wenn Sie die Broschüre komplett als PDF auf Ihren Rechner herunterladen wollen, dann klicken Sie oben auf die Abbildung des Titelblatts der Broschüre; die Dateigröße beträgt ca. 1,5 MB. Allerdings ist die Bildqualität nur mäßig. Falls Sie eine Originalbroschüre im A4-Format erwerben möchten, richten Sie Ihre Anfrage bitte an Norbert Rauscher (siehe Kontaktdaten oben), einige Exemplare sind noch vorhanden.

 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 8.4.2021

   

 

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