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Bildarchiv Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur

Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation
Baudenkmale und Architekturgeschichte in der Toskana (Italien)

 

Stockphoto-Galerie Nr.2b

Stadtkirche, Stadtfriedhof, Kathedrale, Dom, Kloster, Stift, Hospital, Grabmal, Mausoleum
Historische kirchliche Gebäude und Architekturdetails

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
Architektur- und Planungsbüro, D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16
Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de, Internet: www.rauscher-architekt.de

 

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Siena (Region Toskana; Italien), Dom / Kathedrale / Duomo / Cattedrale di Santa Maria Assunta an der höchsten Stelle der Stadt, der Piazza del Duomo auf dem Domhügel "Santa Maria", ein weltberühmtes Bauwerk zwischen Romanik und Gotik, errichtet an Stelle (teilweise wohl unter Weiterverarbeitung) einer 1179 geweihten Vorgängerkirche. Baubeginn des heute vorhandenen Gebäudes im 13.Jahrhundert (um 1220), um 1316 Erweiterung im Osten, wobei der Chor und das darunter liegende Baptisterium (Taufkirche San Giovanni, 1317-1325 unter Camaino di Crescentino) entstanden sind, der etwa 77 Meter hohe Glockenturm / Campanile 1313 fertiggestellt, der Gesamtkomplex im Wesentlichen um 1382 abgeschlossen, Freitreppenanlage aus dem 15.Jahrhundert. Die aus Ziegeln gemauerte und mit Bleiplatten gedeckte Kuppel 1263 fertiggestellt, 1385 aber wohl umgebaut / erneuert (?), Laterne 1667 aufgesetzt. Abgesehen vom Prunkgiebel die Fassade von Kirche und Campanile aus Quadermauerwerk, Marmor / Kalkstein und dunkelgrüner Serpentin im Wechsel ("gebänderte" Fassade), beim eindrucksvollen in schlichten romanischen Formen errichteten Campanile auch die Dachflächen aus Werkstein. Das Kernmauerwerk des gesamten Gebäudes hinter dem edlen Sichtmauerwerk der Innen- und Außenfassaden soll aus Ziegeln / Backsteinen bestehen.

Die südwestseitige Giebelfassade / Schaufassade gehört zu den prunkvollsten Kirchenfassaden der italienischen Baugeschichte, von unten nach oben aus der Romanik in die Gotik wachsend, als Inkrustationsfassade (weitere Angaben dazu siehe hier: ) entstanden um 1284-1317, der untere Teil um 1284-1299 nach Entwurf und unter Leitung von Giovanni Pisano (um 1248-1315, Bildhauer und Baumeister, 1284-1297 Dombaumeister in Siena), der obere Teil 1299-1317 unter Camaino di Crescentino (um 1260-1338), gestaltet mit verschiedenen Marmorsorten und farbigen Kalksteinen (besonders rosa, "Der Rote von Siena") sowie dunkelgrünem Serpentin, verziert mit einer unfassbaren Menge an Skulpturen und weiteren bildhauerischen Arbeiten (figürlich, floral, ornamental, architektonisch) jeweils von den berühmtesten Bildhauerwerkstätten ihrer Zeit, Giebelmosaiken erst um 1880; alle bedeutenden Statuen und Bildwerke wurden inzwischen durch Kopien ausgetauscht, die Originale befinden sich im Museum; insgesamt dürfte bei den vielen Restaurierungen inzwischen der größte Teil der Fassade erneuert / rekonstruiert sein. Die seitlichen hölzernen Portaltüren stammen aus dem 19.Jahrhundert, die mittlere und zentrale Portaltür 1958 von Enrico Manfrini (1917-2004). Aufnahmedatum: 8.6.2017, 10.6.2017 und 17.6.2017, die große Gesamtaufnahme am 8.6.2017 von Doris Rauscher

In vielen Publikationen wird behauptet, die Fassaden von Dom und Campanile wären "schwarz-weiß gestreift aus Marmor", angeblich unter Bezugnahme auf die Farben des schwarz-weißen Stadtwappens ("Balzana") von Siena. Bei näherer Betrachtung sieht man aber, dass es sich nicht um schwarzen oder dunkelgrauen Marmor handelt sondern um dunkelgrünen (meist etwas graugrünen) Serpentin. Auch die Herleitung der Bänderung aus dem Stadtwappen erscheint fragwürdig, denn weiß-dunkelgrün mit Marmor / Kalkstein und Serpentin gebänderte bzw. ornamentierte Kirchenfassaden gibt es in der ganzen Toskana, es war eine Architekturmode der Zeit. Der Campanile zum Dom von Siena ist dafür ein schönes Beispiel. Der bekannteste grüne Serpentin kam aus Prato (Il serpentino verde di Prato).

Hinweis: Die angeführten Daten wurden aus den verschiedensten Publikationen zusammengetragen, sind aber mit Vorsicht zu behandeln. Es finden sich kaum zwei Bücher bzw. Veröffentlichungen, die genau die gleichen Jahreszahlen nennen. Die wichtigsten und offenbar gesicherten Angaben findet man im italienischen Internet unter www.operaduomo.siena.it
















1339 wurde eine gigantische, an Größenwahn grenzende Erweiterung des Doms beschlossen, bei der südöstlich ein riesiges neues Langhaus angebaut und das bestehende Langhaus zum Querhaus umfunktioniert werden sollte. Die Stadtväter wollten die größte christliche Kirche der Welt in Siena errichten. Schon nach wenigen Jahren war es durch äußere Umstände mit dem Wohlstand der Stadt vorbei (Pest von 1348, dadurch wirtschaftliche Einbrüche, Bankrott von mit der Finanzierung des Baus betrauten Banken, statische Baugrund-Probleme), die Bauarbeiten wurden 1357 eingestellt. Aus dieser Zeit stammen die rudimentären baulichen Ergebnisse, heute bezeichnet als "Duomo nuovo" oder "Facciatone" (sinngemäß: Fassadenbauwerk). Das bereits errichtete rechte (nordöstliche) Seitenschiff wurde später teilweise zur Nutzung ausgebaut, seit 1870 befindet sich hier das Dommuseum (Museo dell' Opera Metropolitana). Auf der gegenüberliegenden Seite steht heute der 1480-1594 errichtete Königspalast (Palazzo Reale). Die letzten Bilder zeigen die für den Anbau vorgesehene Seite des Doms aus Sicht des geplanten Erweiterungsbaus, hier sollte das neue Langhaus anschließen, die Verblendung mit Marmor und Serpentin entstand hier erst nach 1660. Aufnahmedatum: 8.6.2017 und 17.6.2017



 

Siena (Region Toskana; Italien), Dom / Kathedrale / Duomo / Cattedrale di Santa Maria Assunta an der Piazza del Duomo (weitere Angaben siehe oben), hier noch einmal verschiedene Details, fotografiert am Abend; Aufnahmedatum: 10.6.2017









 

Siena (Region Toskana; Italien), Dom / Kathedrale / Duomo / Cattedrale di Santa Maria Assunta (weitere Angaben siehe oben), einige sporadische Aufnahmen aus dem Innenraum. Der Dom ist mit einer derart unfassbaren Fülle und Pracht ausgestattet, dass man sich mehrere Tage darin aufhalten müsste, um alles in Ruhe zu betrachten, ausgeführt im Zeitraum 13.-16.Jahrhundert jeweils von den berühmtesten Künstlern ihrer Zeit; aus rein architektonischer Sicht wirkt das Gesamtergebnis jedoch überladen. Allein die baugebundenen bildhauerischen und Steinmetzarbeiten sind kaum zu erfassen, z.B. die Reihung von Köpfen / Büsten unter den Fensterbrüstungen / Brüstungsgesimsen der Mittelschiff-Obergaden (siehe erste Bildreihe); die weiß-dunkelgrün gebänderte Gestaltung der Außenfassaden aus Marmor und Serpentin wird im Innenraum fortgeführt; außergewöhnliche Gestaltung der Fußböden mit mehrfarbigen Steinintarsien und gravierten Marmorplatten; Deckengestaltung und Wandbilder in der Piccolomini-Bibliothek um 1502-1507 (drittletzte Bildreihe); Taufbecken sowie Wand- und Deckengestaltung im Baptisterium San Giovanni (letzte zwei Bildreihen), das Taufbecken entstanden um 1417-1430 mit Bronze-Reliefs und -Statuen berühmter Bildhauer (Donatello, Ghiberti, Jacopo della Quercia, Giovanni di Turino); Aufnahmedatum: 10.6.2017








 

Siena (Region Toskana; Italien), Blick auf den Domberg / Domhügel mit Duomo / Cattedrale di Santa Maria Assunta (siehe oben) an der höchsten Stelle der Stadt, fotografiert von der Via Camporegio aus. Zu sehen ist die Nordwestseite des Doms mit Domkuppel, dahinter der Campanile und rechts die Rückseite des südwestlichen Prunkgiebels; ganz links und halb verdeckt die Giebelwand des geplanten "Duomo nuovo". Die älteren Wohnhäuser am Hang wurden fast alle mit Fassaden aus unverputztem Ziegelmauerwerk errichtet, jedoch offensichtlich nur aus Kostengründen, nicht als konzeptionelles Ziegelsichtmauerwerk. Zuletzt zwei Bilder vom gleichen Standort aus, Blickrichtung etwas weiter links, mit dem berühmten Rathausturm (Torre del Mangia zum Palazzo Pubblico). Aufnahmen am Abend, Aufnahmedatum: 10.6.2017





 

Siena (Region Toskana; Italien), Kirche / Chiesa di Santa Maria di Provenzano (Insigne Collegiata di Santa Maria in Provenzano) an der Piazza Provenzano, Entwurf 1594 durch Architekt Flaminio del Turco (um 1560-1634), errichtet 1595-1604, geweiht 1611; ein Bau aus der Übergangsphase zwischen Renaissance und Barock, Spätrenaissance, in der Architektur- und Kunstgeschichte auch bezeichnet als "Manierismus"; dreiachsige schlanke Schaufassade in symmetrischer Gestaltung vollständig aus stark porösem Kalkstein / Travertin (mit Tendenzen in Richtung Kalktuff), risalitartig betonter überhöhter und übergiebelter Mittelteil, Fassadengliederung unter anderem durch Pilaster, schwere Gesimse, vier übergiebelte / verdachte Nischen mit Heiligen-Statuen des 19.Jahrhunderts von Antonio Zini (Heilige Caterina, Ansano, Vittore und Bernardino); große Kuppel auf hohem Kuppeltambour (zylindrischer Bauteil, auf dem die Kuppel aufsitzt), Kuppelabschluss mit Laterne; die Restaurierung der Fassade wurde offenbar erst vor wenigen Jahren abgeschlossen; Aufnahmedatum: 9.6.2017







 

Siena (Region Toskana; Italien), Kirche / Chiesa di San Martino, Via del Porrione, im Kern eine der ältesten Kirchen von Siena, entstanden wohl im 8.Jahrhundert, später mehrfach umgebaut, die heutige Fassade von 1613 aus Kalkstein / Travertin nach Entwurf von Giovanni Fontana (1540-1614), Schaufassade in symmetrischer Gestaltung, Spätrenaissance / Manierismus, risalitartig betonter überhöhter und übergiebelter Mittelteil; Aufnahmedatum: 9.6.2017



 

Siena (Region Toskana; Italien), Kirche / Chiesa di San Cristoforo an der Piazza Tolomei, entstanden im 12.Jahrhundert, später mehrfach umgebaut, durch das Erdbeben von 1798 schwer beschädigt und mit der heutigen klassizistischen Fassade in Form eines Tempels im Jahr 1800 neu aufgebaut. Einschiffige Kirche mit Kuppel, Fassade aus Sichtziegelmauerwerk mit wenigen Natursteinelementen, vorgelagerte Freitreppe, darüber hohes Sockelmauerwerk (breite Doppelpostamente) mit Kalkstein-Abdeckungen; Dreiviertelsäulen mit Basis und Kapitell; Gebälk mit Architrav, Triglyphen-Fries und Geison (hier nur als Giebelgesims); Dreiecksgiebel, im Giebelfeld (Tympanon) eine Wappenkartusche aus Kalkstein (Marmor ?) unter einer schmiedeeisernen Krone; schmiedeeisernes Giebelkreuz; zwei rundbogige Nischen zwischen den Säulen mit Statuen des Heiligen (San) Bernardo Tolomei und der Gesegneten (Beata) Nera Tolomei, 1802 vom Bildhauer Giuseppe Silini (1724-1814). Aufnahmedatum: 12.6.2017, 8.6.2017 (am Abend) und 15.6.2017



 

Siena (Region Toskana; Italien), Basilica di San Francesco an der Piazza San Francesco, entstanden zwischen 1326 und 1475 als Ersatzbau (oder Erweiterung ?) für eine Vorgängerkirche aus dem 13.Jahrhundert, Brandschäden und Umbauten im 17. und 18.Jahrhundert, Campanile von 1765, Restaurierung des Innenraums 1885-1892, Fassade 1894-1913 vollständig neogotisch "restauriert", dabei wurde die nur noch ruinös erhaltene ursprüngliche gebänderte Inkrustationsfassade (wohl Marmor und Serpentin) umgebaut in die heutige Ziegelfassade. Zur Kirche gehört ein Kloster mit Kreuzgang aus dem 16.Jahrhundert, heute genutzt durch die Universität Siena. Giebelseitige Schaufassade aus Ziegel-Sichtmauerwerk im flämischen Verband, vollflächig mit Ziegelschlämme ("Ziegelmilch") getüncht; Sockel, Portal, Maßwerkrosette sowie weitere teils figürliche Schmuckelemente aus Marmor und Kalkstein; die Rosette soll zumindest formal das einzige noch aus dem 15.Jahrhundert erhaltene Zierelement sein (die heutige Rosette ist aber offensichtlich eine komplette Kopie, soweit man das von unten erkennen kann); schwere mehrflügelige Portaltür aus Holz. Aufnahmedatum: 9.6.2017






 

Siena (Region Toskana; Italien), Kirche / Chiesa di San Donato (e San Michele Arcangelo) an der Piazza della Abbadia, entstanden als Klosterkirche im 12.Jahrhundert, mehrfach kirchliche Umnutzungen, im späten 17.Jahrhundert barock umgebaut einschließlich Fassade, 1940-1942 Restaurierung und erneuter radikaler Umbau, dabei wurde die barocke Fassade vollständig abgebrochen und eine neue (vermutlich frei erfundene) neoromanische Fassade vorgesetzt. Im unteren Bereich der Fassade Naturstein-Quadermauerwerk als unregelmäßiges Schichtenmauerwerk ("Filaretto") aus stark porösem tuffitischen Sandstein (tuffitisches Konglomerat, Tuffgestein in grobkörnigem Sandstein), Portalrahmung über der Lünette mit Kalkstein (Marmor ?) und Serpentin, oben Ziegel-Sichtmauerwerk aus flachen italienischen Ziegeln im regellosen Verband, verschiedene Schmuckelemente teilweise aus Formziegeln, unter anderem Kreuzbogenfries (Maßwerkfries, gedoppelter Rundbogenfries, Arkadenfries), Maßwerkrosette aus Marmor, zwei aufgesetzte Wappenmedaillons mit roten Malteserkreuzen (Orden des Heiligen Stephan). Aufnahmedatum: 9.6.2017



 

 


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Stockphotos sind Lagerfotos, Fotos im Bestand, die entweder zum Verkauf angeboten oder nur der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Begriff "stockphoto" (stock photo, stock-photo, stock photography) wurde in den USA eingeführt und hat sich in dieser Schreibweise international etabliert. Der hier zum Verkauf angebotene qualitativ hochwertige Architekturfoto-Lagerbestand ist ursprünglich aus der Planungstätigkeit von Atelier Rauscher Architektur entstanden. Er wird inzwischen als eigenständiges Bildarchiv über den bisherigen Rahmen hinaus geführt und fortlaufend erweitert. 

 

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